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Michael Rodewald - Golems Rückkehr

"Die ich rief, die Geister, werd’ ich nun nicht los." (v. Goethe 1797 - Zauberlehrling)


Beim Cover sehen wir metallic-blau auf schwarzem Grund ein Gehirn - oder? Es sieht so aus, doch andererseits scheint es etwas künstliches zu sein.

Golems Rückkehr ist der Nachfolgeband von Michael Rodewalds Thriller "Die Bitcoin-Verschwörung". Dieser neue Thriller ist jedoch unabhängig vom ersten Band zu lesen. Was man unbedingt wissen muss, wird dem Leser in kurzer Zeit mitgeteilt. 
Die Künstliche Intelligenz Golem konnte in letzter Sekunde abgestellt und zerstört werden (sie wollte die Macht über die ganze Welt) und zwar durch Hilfe von Helmut Schwarz, der nur mal so "zum Spaß" etwas an einem anderen Computer herumexperimentierte und sein Gehirn mit diesem verband. Damit beginnt der Thriller, denn die Regierungen zwangsrekrutieren ihn und bringen ihn nach Frankreich. Die Europäschen Staaten, die Chinesen, Russen und Amerikaner wollen jetzt alle an einem Strang ziehen. 


Hier soll nun als erstes festgestellt werden, woran es lag, dass die Künstliche Intelligenz sich so selbständig machen konnte. Außerdem muss erkundet werden, wie man mehr menschliche Gehirne uploaden kann, etwas für ihre Gefühle uploadet, damit sie sich nicht so furchtbar einsam fühlen und natürlich ist dies alles möglich über Quantencomputer. Jede Menge Gelder werden zur Verfügung gestellt, doch die Länder spielen nicht fair. Wie sollte es auch anders sein. Doch was keiner weiß, es gibt auch Firmen, die an diesen Fragestellungen arbeiten - und es gibt überall Größenwahnsinnige.

Die Hauptprotagonisten finde ich sämtlich sehr sympatisch, da kann ich niemanden besonders herausnehmen. Natürlich habe ich als Deutsche immer wieder auf den Nerd Helmut Schwarz gewartet, der ja auch in seiner Freizeit am PC sitzt, ansonsten ist er mit seiner neuen Arbeit voll in seinem Element.

Plötzlich meldet sich GOLEM zurück. Ist diese KI immer noch dieselbe, zerstörerische, die sie vorher war?

Das Buch von Michael Rodewald lässt sich sehr gut lesen, insbesondere ist es etwas für SF-Fans, doch ich denke, nicht nur für sie. Die Zeit ist vielleicht weiter, als wir glauben! Vielleicht braucht die Menschheit, um zu überleben, wirklich eine Künstliche Intelligenz.

Ich kann mir dieses Buch, da es eher wortprotokollartig geschrieben ist, sehr gut als Hörspiel vorstellen.


Zum Autor Michael Rodewald: 

Michael Rodewald ist ein Spätstarter in der Literatur. Er ist bereits 64 Jahre alt (2018) als er sich endgültig dem Schreiben gewidmet hat.
Eigentlich passt Rodewalds Berufsweg so gar nicht zu seinem jetzigen Metier. Studiert hat der Saarländer zunächst Rechtswissenschaften an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Er entschied sich aber dann letztendlich für einen anderen Beruf.
Seit längerer Zeit reizte ihn literarisch das Futuristische. So entschied er sich, selbst in diese Welt einzutauchen und seine Werke in dieses Genre zu verlegen. Mit "Golems Rückkehr" hat er sich mit dem Thema KI - Künstliche Intelligenz befasst.
Michael Rodewald ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Er lebt mit seiner Frau im Saarland.

Emily Gunnis - Das Haus der Verlassenen

Erschütternde Einsichten


Das Cover zeigt ein hohes Tor, dahinter einen herrschaftlichen Park und ein großes Haus, das sowohl ein Schloss als auch ein Kloster sein kann.

Mit ihrem Roman "Das Haus der Verlassenen" zeigt uns Emily Gunnis wie mit ledigen Müttern in den 50ern und 60ern in entsprechenden Mutter-Kind-Heimen und Armenhäusern umgegangen werden konnte. Sicherlich sind nicht alle Heime so wie das von Nonnen geführte St. Margaret's (ein fiktiver, von der Autorin erfundener Ort), doch gab es in Irland und auch in England noch genug Heime, die wie im 19. Jahrhundert geführt wurden. 

Über die Magdalene Laundries schreibt Wikipedia: 
"Irische Magdalene Wäscherei, Die Magdalene Laundries in Irland, auch Magdalenen-Anstalten genannt, waren Haftanstalten, die normalerweise vom römisch-katholischen Orden verwaltet wurden und vom 18. bis zum späten 20. Jahrhundert betrieben wurden. Sie wurden angeblich zur Unterbringung "gefallener Frauen" geführt, von denen schätzungsweise 30.000 in diesen Einrichtungen in Irland eingesperrt waren. 1993 wurde auf dem Klostergelände einer der Wäschereien ein Massengrab mit 155 Leichen entdeckt. Dies führte zu Medienoffenbarungen über die Operationen der geheimen Institutionen. Im Jahr 2013 erging eine förmliche staatliche Entschuldigung, und die irische Regierung richtete ein Entschädigungssystem für Überlebende in Höhe von 50 Millionen Pfund Sterling ein. Die religiösen Orden, die die Wäschereien betrieben haben, haben Forderungen von Aktivisten abgelehnt, dass sie finanziell zu diesem Programm beitragen. ..."

Es ist erschütternd, wie abhängig diese Frauen von den Nonnen waren. Selbst die frisch geborenen Kinder nahm man ihnen weg. Die Unterbringung mussten sie abarbeiten wie Sklaven, wenn die Familie nicht genug Geld hatte oder nicht zahlen wollte. 

In dem Roman geht es um das St. Margaret's Heim, in das die unbedarfte Ivy 1956 von ihrem Onkel geschickt wird. Dies geschieht mit Unterstützung eines Priesters und des Hausarztes. Sie hatte sich in einen Mitschüler verliebt und wurde schwanger. Leider will dieser aber wohl nichts mehr von ihr wissen, was sie erst merkt, als er auf ihre Briefe aus dem Heim nicht antwortet. Sie lernt das Leben von der härtesten Seite kennen, darf nicht sprechen und wenn den Nonnen etwas nicht passt, gibt es Hiebe. Die schlimmste Strafe erfährt sie, als sie ihr Baby nicht zur Adoption freigeben will.

Eines Tages lernt sie die 6-jährige Elvira kennen und versucht, sich so gut wie möglich um sie zu kümmern. Noch weiß sie nicht, weshalb ein Kind dieses Alters sich in dem Heim aufhält. Elvira muss genau soviel und hart arbeiten wie die anderen Frauen. Ivy liebt sie wie ihr eigenes Kind. Sie tut alles, um ihr eine Freundin zu sein. Nachdem sie festgestellt hat, was mit diesen Kindern, zu denen Elvira gehört, passiert, fasst sie einen Entschluß: Sie verhilft ihr zur Flucht, nachdem sie ihr mitgeteilt hat, dass sie draußen jemanden hat, an den sie sich wenden kann - Elviras eigene Zwillingsschwester.

Im Jahr 2017: Die junge, bisher erfolglose Journalistin Samantha, getrennt lebend und Mutter einer 4-jährigen Tochter, lebt bei ihrer Oma. Diese ist Witwe eines Antiquitätenhändlers und findet Briefe von Ivy. Samantha macht sich auf die Suche, nicht ahnend, in welches Wespennest sie sticht.

Emily Gunnis schlägt uns mit ihrem Buch in den Bann, sie hat eine wunderbare Art, die Vorkommnisse zu erzählen. Das Buch ist unterteilt in 46 Kapitel, die zwischen den Zeiten 1956 bis 2017 immer wieder hin- und herspringen. Dies bringt auch die Spannung auf die Spitze und wir erleben immer wieder neue Erkenntnisse, obwohl wir denken, schon alles zu wissen. 

Das Buch wird am 01.03.2019 beim Verlag Heyne veröffentlicht. Ich danke Jellybooks und dem Sponsor Heyne, dass ich es bereits vorher lesen durfte.


Zur Autorin Emily Gunnis:

Emily Gunnis ist die Tochter der internationalen Bestseller-Autorin Penny Vincenzy und wurde in England geboren.

Als Kind war sie von den Vorlesungen ihres Lehrers begeistert und hockte dabei stets in Gedanken versunken auf dem kalten Parkett in der St. Lawrence Junior School.

Sie liebte es, Texte zu hören und zu lesen. Ihre Mutter war ihr sicherlich ein großer Ansporn und sie wollte es ihr gleichmachen.Sie wollte Texte schreiben und davon leben können, ihr Hobby, ja ihre Berufung zum Beruf machen. Es dauerte jedoch mehr als dreißig Jahre, bis diese Vision Wirklichkeit wurde.

Zunächst machte sie eine Ausbildung zur Journalistin und verdiente ihren Lebensunterhalt bei Zeitungen wie dem Daily Mirror. Das reichte ihr aber schon bald nicht mehr.

Groß war ihre Sehnsucht, eigene Geschichten zu erzählen. Sie kam zum Fernsehen und arbeitete bei der BBC und schrieb die scripts, Drehbücher, für BBC-Serien. In dieser Zeit lernte sie so viel sie konnte über storytelling.

So hatte sie genügend Stoff aufgesaugt, der in ihre Debut-Novelle "Girl in the Letter" einfloss.

Ihre Romane recherchiert sie akribisch, was die schockierende Handlung deutlich macht.

Emily Gunnis wohnt in Brighton, Sussex, Südengland, mit ihrem Ehemann Steve, einem Architekten, und ihren zwei verrückten, hübschen Mädchen, Grace und Eleanor.


Tessa Duncan - Die Canterbury-Fälle - Wer das Vergessen stört

Ein neuer Stern am Thriller-Himmel Ein heller, wolkiger Himmel über einem typisch englischen Städtchen ist auf dem Cover zu sehen.  Tessa Du...