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Ruth Hogan - Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge

Verzweifelt liebevoll



 
Selten habe ich ein so liebevoll geschriebenes Buch gelesen. Stellen Sie sich vor, Sie verlieren den wichtigsten Gegenstand in Ihrem Leben - und dazu zeitgleich, aber unabhängig die wichtigste und liebste Person.

Dies geschieht Mr. Peardew, und er hebt alles auf, das er findet, sei es ein Knopf, sei es eine Schleife. Über 40 Jahre sammelt er und bemüht sich, die Besitzer zu finden - ohne Erfolg. Dafür schreibt er um die Gegenstände kleine Geschichten.

Er hofft, dass er etwas gutmachen kann, ja dass er vielleicht sogar seinen Gegenstand zurückerhält. All das erfährt Laura, die ihm sein Haus führt und die Manuskripte schreibt, als sie alles erbt. Sie soll jedoch dafür seine Arbeit weiter führen und versuchen, die Gegenstände an die Besitzer zurück zu geben.

Eine offenbar unlösbare Aufgabe - doch da sind noch zwei scheinbar verlorene Menschen, die ihr dabei helfen. Absolut lesenswert und nahegehend.




Zur Autorin Ruth Hogan: 


Ruth Hogan wurde in dem Haus in Bedford geboren, in dem ihre Eltern heute noch wohnen. Als Kind liebte sie Ponys und sie las, alles, was ihr zwischen die finger kam. Glücklicherweise arbeitete ihre Mutter in einer Buchhandlung.


Sie studierte am Goldsmiths College der Universität von London Englisch und Drama. Danach nahm sie einen normalen Job im Personalbereich der Kommunalverwaltung an, den sie zehn Jahre inne hatte.

Mit Anfang Dreißig hatte sie einen schweren Autounfall, durch den sie nicht mehr in der Lage war vollschichtig zu arbeiten. 2012 erkrankte sie dann an Krebs. Während der Chemos konnte sie nicht schlafen und nutzte wieder jede Minute zum Schreiben und das Ergebnis war THE KEEPER OF LOST THINGS.

Sie lebt in einem chaotischen Victorianischen Haus mit ihren geretteten Hunden und ihrem "langweiligen" Ehemann.


Mark Benecke und Florian Hilleberg - John Sinclair BRANDMAL



Ständig steigende Spannung!!



Mark Benecke und Florian Hilleberg haben mit dem vorliegenden neuen Fall für den Geisterjäger John Sinclair einen rundum passenden und spannenden Roman um zwei Ermittlerteams geschaffen.


Dr. Mark Benecke ist Deutschlands bekanntester Kriminalbiologe und auf der ganzen Welt unterwegs, um mithilfe seiner speziellen Kenntnisse und Methoden Leichen zu identifizieren und Kriminalisten wie Archäologen, Historikern und Paläontologen bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Florian Hilleberg ist langjähriger Sinclair-Autor und kennt das Universum des berühmtesten Geisterjägers wie seine Westentasche.

Der Roman:

In London wird einer Frau beim Joggen dermaßen heiß, dass sie meint zu verbrennen. Sie stürzt sich ins Wasser, als man sie retten möchte, entzündet sich ihr Körper. Diese spontane Selbstentzündung ist Grund für die Polizei, John Sinclair einzubeziehen. Dieser denkt gleich an Vampire, aber warum sollten diese sich dem hellen Licht aussetzen?
Weitere Vorfälle folgen, auch in Deutschland gibt es spontane Selbstentzündungen. Dort zieht das Bundeskriminalamt den Kiminalbiologen und Forensiker Mark Benecke hinzu.
John Sinclair und Mark Benecke wollen gemeinsam dieser geheimnisvollen und um sich greifenden Angelegenheit auf den Grund gehen.

Die beiden Ermittlerteams kommen sehr gut miteinander aus, auch wenn es noch von Seiten der Kriminalbiologen viele Fragen gibt, die jedoch schneller, als ihnen lieb ist, gelöst werden.

Der Roman ist in zwei Zeiten geschrieben, einmal im Mittelalter und einmal in der Jetzt-Zeit, in der es zu diesen Selbst-Entzündungen kommt. Die Spannung steigt stetig und man muss sich zurückhalten, um nicht Seiten zu überspringen. Denn es wird ein Erzählstrang an der spannendsten Stelle abgebrochen, um einen anderen wieder aufzunehmen. Eigentlich möchte man ja gerne wissen, wie geht es hier jetzt weiter. Aber das macht gerade die Gesamtspannung dieses John Sinclair -Romans aus.

Das Cover regt auf jeden Fall dazu an, das Buch in die Hand zu nehmen - und wie ich meine, auch zu kaufen.


Der Roman erscheint im Verlag Bastei-Lübbe und ist eine Sonderedition. Er umfasst 464 Seiten, ist also keines dieser bekannten Heftchen. Er ist als Taschenbuch für 10€ zu erwerben, auch als e-book und audio-book erhältlich.


Zu den Autoren Mark Benecke und Florian Hilleberg:



 Mark Benecke (* 26. August 1970 in Rosenheim) ist   ein deutscher Kriminalbiologe, Spezialist für   forensische Entomologie und Politiker.


 Nach dem Studium der Biologie, Zoologie und   Psychologie an der Universität zu Köln und der   Promotion über genetische Fingerabdrücke absolvierte   Benecke diverse polizeitechnische Ausbildungen   innerhalb der Rechtsmedizin in den Vereinigten Staaten, darunter an der FBI-Academy.(Quelle: Auszug Wikipedia, Foto ebenda)




Florian Hilleberg wurde 1980 in Uelzen geboren. Zum Studium der Forstwirtschaft zog es ihn nach Göttingen, wo er auch heute noch lebt. Nur Förster ist er nie geworden. 

Stattdessen hat er nach dem Studium eine Ausbildung zum Krankenpfleger gemacht, die ihn in die Psychiatrie gebracht hat. Dort arbeitet er noch heute, hat aber nebenbei seine Liebe zum Schreiben wiederentdeckt und ist inzwischen einer der neuen Autoren für die Heftromanserie JOHN SINCLAIR.


Lindsey Lee Johnson - der gefährlichste Ort der Welt


arme Reiche


Lindsey Lee Johnson schreibt in ihrem Debütroman über das Städtchen Mill Valley, das nahe der Bucht von San Francisco liegt.

Es gibt eine Sage, nach der die Liebe hier wohl nicht das Glück findet, wofür eine Hexe sorgte, nachdem sich ihre Tochter in einen Sohn vom Fuße des Tales verliebt.

In Mill Valley wohnen überwiegend wohlhabende Menschen, und ihren Kindern soll es gut gehen.

Tristan, ein  Außenseiter, der die achte Klasse besucht, schreibt an eine Schulkameradin namens Cally einen sehr reifen, schönen Liebesbrief. Cally, die gerade in eine Clique aufgenommen wurde, weiß nicht, ob sie ihn schön finden soll oder ihren Freundinnen zeigen. Sie entscheidet sich für letzteres und schon läuft alles anders, als sie eigentlich möchte, bzw. kann sie nun nicht mehr "halt" rufen.

Es gibt für Menschen, insbesondere Kinder in der Pubertät, nichts schlimmeres als Mobbing - und wenn dies noch über das Internet stattfindet, ist es besonders tragisch. Nun, als Tristan dann Richtung Golden Gate Bridge radelt, kann sich jeder vorstellen, was er nun vorhat. Ich glaube nicht, dass die jungen Leute überhaupt wussten, was sie angerichtet haben.

Die Jugendlichen sprechen so gut wie nie mehr über Tristan, aber alle Beteiligten haben ihn im Hinterkopf.

Die Autorin schreibt ihren Roman aus der Sicht von mehreren Protagonisten bis zum Schulabschluss. Die Schüler*innen haben ihre Pläne, Auszeit, Studium und anderes - dann gerät jedoch eine Party außer Kontrolle.

Ich möchte nicht zu viel vom Roman verraten, aber es ist ein ruhiges Buch mit stetiger Spannung. Es ist schön, dass man sich so gut in die einzelnen Protagonisten hineinversetzen kann. Und ja, ich habe auf den letzten Seiten mit einem anderen Ausgang der Geschichte gerechnet. Mir war nicht klar, dass plötzliche Einsicht vorhanden war, auch wenn es natürlich besser ist.



Zur Autorin Lindsey Lee Johnson

Lindsey Lee Johnson ist in Marin County in Kalifornien geboren und aufgewachsen. Sie hat einen Master in Professional Writing von der University of Southern California. Weiter hat sie einen Bachelor Degree in Engslisch von der Universität von Kalifornien in Davis.


Johnson unterrichtete unter anderem an der USC (Universty of Southern California), am Clark College und der Portland State University und arbeitete als Tutor in einem privaten Lernzentrum.

Sie lebt heute mit ihrem Ehemann in Los Angeles.

"The Most Dangerous Place on Earth" war ihr Debütroman Die Paperback-Ausführung wurde Anfang 2018 veröffentlichst. Er wurde in diverse Sprachen übersetzt und auch TV-Rechte wurden bereits optiert.

Der Roman ist in Deutsch im dtv-Verlag erschienen.


Florian Beckerhoff - Herrn Haiduks Laden der Wünsche


Zu schön, um wahr zu sein

        

Florian Beckerhoff schreibt über das Glück, so es das denn gibt.
 
Das Buch beschreibt einen zugezogenen älteren Herrn, der im modernen Berlin einen kleinen Kiosk betreibt, wie man ihn eher aus südlicheren Ländern kennt. Herr Haiduk hat alles, was seine Kunden sich wünschen, Tabakwaren,  Zeitungen, Zeitschriften und Süßigkeiten, selbst eine kleine Poststelle und natürlich eine Lottoannahmestelle. Man hat die Möglichkeit, ein paar Worte mit den Nachbarn zu wechseln und das Leben plätschert dahin.

Bis, ja bis er an seiner Tür in kleines Blatt findet, das seine ruhige und sonst so zurückhaltende Kundin dort und anderswo angebracht hat: sie hat eine Lottoquittung für die Jackpotziehung über 13 Mio. Euro gefunden.
 
Doch wie herausfinden, wer der rechtmäßige Besitzer ist? Alma ist überzeugt, sie könne das. Gemeinsam mit Herrn Haiduk nimmt sie diese Aufgabe in Angriff.
 
Das Buch beginnt ruhig und steigert sich immer mehr. Ich bin ganz begeistert und habe das Gefühl, Herr Haiduk hat mir das Geschehen persönlich geschildert. Den Laden kenne ich in- und auswendig. Und von außen sieht er für mich genau so aus wie auf dem Cover.
 

Ich empfehle dieses Buch unbedingt.



Zum Autor Florian Beckerhoff

Florian Beckerhoff wurde 1976 in Zürich geboren und ist ein deutscher Schriftsteller.Er wuchs in Bonn, der ehemaligen Bundeshaupstadt auf und studierte Literaturwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Nach weiterem Studium in Frankreich an der Université Paris 13 promovierte er anschließend in Hamburg.
Zeitweise war er an der Hamburger Universität als Dozent tätig.
Beckerhoff lebt heute in Berlin mit der Schauspielerin Silke Bodenbender zusammen.
Sein Debütroman FRAU ELLA wurde von Markus Goller mit Matthias Schweighöfer und Ruth Maria Kubitschek verfilmt.


Abigail Tucker - Der Tiger in der guten Stube

Sehr wissenschaftlich aufbereitet




 

Abigail Tucker hat mit ihrem Buch "Der Tiger in der guten Stube" auf Grundlage ihrer Forschungen und Interviews mit Wissenschaftlern versucht, uns mit fundiertem Wissen über Katzen in ihrer Entwicklung bis zur heutigen Zeit  zu versorgen.

Die Katze in der Steinzeit, die vom Aussterben bedrohten Großkatzen, die Wildkatzen und unsere Hauskatzen sowie die allseits bekannten Streuner, all das behandelt das Werk von Frau Tucker. Es ist stellenweise wegen der vielen Literaturhinweise bzw. Fußnoten anstrengend zu lesen, jedoch für jeden Katzenliebhaber sehr interessant.

Ich habe so manches gelernt, was ich vorher noch nicht kannte.

Mit Anekdoten über ihre Katzen, insbesondere ihre Katze Cheetoh, lockert Frau Tucker dieses Sachbuch auf, ebenso wie mit den Illustrationen von Monika Steidl im Buch, so sind auf den Seiten Katzentatzen und Katzenzeichnungen zu sehen.

Das Cover sagt alles über die Katze in unserem Heim aus: Das Sofa gehört IHR, und nur ihr.

Das Buch erschien bei der WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) Darmstadt.





Zur Autorin Abigail Tucker: 


Abigail Tucker ist 1981 in Ridgefield, Connecticut, USA, geboren. Ihre Mutter ist ein pensionierte Lehrerin.


Sie ist Harvard Absolventin mit der Traumnote Summa cum laude.

Frau Tucker ist Korrespondentin für das SmithonianMagazine, bei dem sie wissenschaftliche Bereiche       abdeckt. Vorher war sie bei der Baltimore Sun.   Sie gewann hier den Columbia University Mike Berger Award sowie den National Headliner Award.


"The Lion in the Living Room" war ihr erstes Buch. Angeblich waren die ersten Worte ihrer beiden Töchter "Katze".


Felix A. Münter - Archon


Sehr geheimnisvoll - und erschreckend




Felix A. Münter beschreibt mit seinem Roman "Archon" , wie ein geheimnisvoller, schmutziger Mann bei einem Schäfer in Montenegro auftaucht.

Er spricht in einer anderen Sprache und der Schäfer nimmt ihn mit zu sich nach Hause, um ihm neue Sachen zu geben und einem Arzt zu holen, denn der Mann hat wohl schlimme Schmerzen. Außerdem hat er eine Kugel in der Hand, die er nicht los lässt, ja, die mit ihm verwächst.

Jedoch der Mann verschwindet und schafft es, sich bis in sein Heimatland - Deutschland durchzuschlagen. Dort kommt er ins Krankenhaus, wird mehrfach verlegt als Patient 0 und dann ist es ein kurzer Schritt, bis er ein Fall für die Abteilung 0 der ESA ist.

 
Michael Hoth leitet diese Abteilung der ESA, die für Unerklärliches auf der Erde zuständig ist. Seine Mitarbeiter stehen ihm zur Seite. Nach einigen Schwierigkeiten können sie in Montenegro ermitteln.

Diese Ermittlungen arten aus in ein Abenteuer der besonderen Art, ich habe mit den Protagonisten gelitten und gebibbert.

Da das Buch spannend und dabei leicht zu lesen ist, hat man das Gefühl, man ist auf dieser Exkursion dabei. Die Auflösung ist schier erschreckend. Ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht damit.

Ich kann mir dieses Buch auch verfilmt gut vorstellen. Als Buch empfehle ich es unbedingt. Es ist im  Papierverziererverlag  erschienen

Das Cover macht neugierig; um was es sich handelt, weiß man erst, wenn man das Buch kennt.





Zum Autor Felix Münter:

Felix Alexander Münter, geboren am 3. Juni 1985 ist ein deutscher Autor und Übersetzer.
Münter studierte an der Fachhochschule Dortmund, Nordrhein-Westfalen, Angewandte Sozialwissenschaften. 
Seit 2009 arbeitet er als Freelancer in Gesundheits- und Sozialwesen. Er ist ausgebildeter Notfallseelsorger.
Seit 2014 ist Felix Münter als Autor bei mehreren Verlagen tätig. Bisher hat er in den Genres Postapokalypse, Horror, Thriller, Steampunk, Scifi und Fantasy veröffentlicht. Felix Münter ist Mitglied des Phantastik-Autoren-Netzwerk (PAN e.V.).
Von 2015 bis Ende 2016 war Münter als Lektor und Kolumnist bei teilzeithelden.de tätig. Von 2009 bis 2017 war er Mitglied der SPD und hielt von 2016 bis 2017 ein Mandat in der Beszirksvertretung Dortmund-Innenstadt-West. Im Oktober 2017 trat er aus der Partei aus und legte sein Mandat nieder. Er lebt und arbeitet in Dortmund. (Quelle: Wikipedia)


Pierre Lemaitre - drei Tage und ein Leben

Absolut fesselnd!



Das Cover zeigt einen Jungen, der Schutz braucht. Es fordert auf, das Buch in einer Buchhandlung in die Hand zu nehmen und den Klappentext zu lesen, den ich hier jedoch nicht einfügen werde.

Pierre Lemaitre beschreibt in seinem Buch "drei Tage und ein Leben", wie drei Tage das gesamte Leben des 12 Jährigen Antoine umkrempeln.


Antoine hat einen stabilen Freundeskreis, doch dann bekommt der Anführer eine Playstation und seine Mutter verbietet ihm, dorthin zu gehen. So tut er sich mit dem Nachbarshund zusammen, den er mit in den Wald nimmt, wo er heimlich ein Baumhaus baut, mit dem er später seine Freunde überraschen möchte.

Dem 6 Jahre alten Remi, der auch zur Nachbarsfamilie gehört, zeigt er es. Remi himmelt ihn an und ist stolz, mit ihm dieses Geheimnis teilen zu können.

Dann passiert etwas furchtbares, für Antoine nicht Nachvollziehbares und er rennt in den Wald. Er weiß nicht, wohin mit seinen Gefühlen und zerstört seine Hütte, auf die er so stolz war. Er bricht zusammen und weint fürchterlich.

Als er wieder in sein Heimatdorf kommt, ist der 6 Jahre alte Remi verschwunden. Alle suchen ihn und der 12-jährige Antoine  durchlebt Höllenqualen. Er ist der einzige , der weiß, was passiert ist. Aber man kann doch nicht 12 Jahre und gleichzeitig ein Mörder sein??

Eigentlich wurde sein Leben schon innerhalb weniger Augenblicke umgekrempelt.

Das gesamte Dorf und die Polizei durchsuchen alles, um Remi zu finden - doch drei Tage später kommt ein schrecklicher Sturm, nach dem im Dorf nichts mehr wiederzuerkennen ist.

Antoine hat in seiner Not niemanden, mit dem er reden kann. Seine Mutter hat ihre eigenen Probleme und wenig Zeit, weil sie sich neben ihrer Arbeit noch um die Mutter des vermissten Remi kümmert. Mit seinen Freunden versteht er sich grad nicht so gut, der Vater wohnt weit weg.

Antoine weiß sich bald keine Wahl mehr. Er versucht zu flüchten, doch das geht nicht. Hilfe kommt von ganz unerwarteter Seite - zumindest habe ich es so empfunden. Letztendlich habe ich mit diesem Jungen dermaßen mitgelitten, wie kann man mit diesem Wissen leben?

Pierre Lemaitre lässt uns das gesamte Gefühlsspektrum von Antoine miterleben - er lässt uns mit Antoine leiden, fühlen, wir verstehen nicht, wollen ihn an die Hand nehmen.

Wir erleben den 12-Jährigen Jungen 1999, dann bis in eine glücklichere Zeit 2011, die er sich auch wieder selbst zerstört, bis zu seiner Zeit als Arzt im Heimatdorf 2015.

So ein einsamer Junge, so ein Leben, so viele Ängste - furchtbar.

Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und als es zu Ende war, kam von mir ein "Puh"! Sehr spannend geschrieben reißt es in den Bann.




Zum Autor Pierre Lemaitre

Pierre Lemaitre (* 19. April 1951 in Paris) ist ein französischer Schriftsteller und Drehbuchautor.
Pierre Lemaitre war als Lehrer für Literatur in der Ausbildung von Bibliothekaren tätig. Inzwischen ist er freier Schriftsteller. Er ist seit 2011 Verwaltungsrat der Société des gens de lettres (SGDL)
Sein erster Roman Travail soigné ist seinen literarischen Vorbildern Bret Easton Ellis, Émile Gaboriau, James Ellroy und William McIlvanney verpflichtet. 
In seinem zweiten Roman Robe de marié von 2009 erzählt Lemaitre die Geschichte der dreißigjährigen Sophie, die als Serienmörderin verfolgt wird und sich nicht an ihre Bluttaten erinnern kann. 
Der sozialkritische Thriller Cadres noirs von 2010 handelt von einer vorgetäuschten Geiselnahme. Das Buch fußt auf einem wahren Vorkommnis unter den Mitarbeitern der französischen Fernsehwerbungsgesellschaft France Télévisions Publicité im Jahr 2005, für das der Manager Philippe Santini 2010 verurteilt wurde. In Lemaitres viertem Roman Alex ist die Hauptperson in einem verwirrenden Spiel abwechselnd Täterin und Opfer.
Mit dem Roman Au revoir là-haut (Wir sehen uns dort oben) verließ Lemaitre das Krimi- und Thrillergenre und präsentierte erstmals einen historischen Roman. Er handelt von zwei Poilus, einfachen Soldaten, nach der Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg.
Für seinen Roman Au revoir là-haut wurde er 2013 mit dem bedeutendsten französischen Literaturpreis, dem Prix Goncourt, ausgezeichnet. Lemaitres Romane wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.


Friedrich Ani - Ermordung des Glücks


SEHR DRAMATISCH


Friedrich Ani beschreibt in seinem Buch "Ermordung des Glücks" den ehemaligen leitenden Kommissar der Mordkommission Jakob Franck auf seiner Mission, Angehörigen die schlechte Nachricht über den Tod eines Familienmitgliedes zu überbringen.

Er steht den Familien bei und bemüht sich, Todesfälle mitaufzuklären.


In diesem Fall, es ist der zweite für Ex-Kommissar Franck, geht es um das rätselhafte Verschwinden des 11-jährigen Lennard Grabbe und die anschließende Auffindung seines Leichnams.


Herr Franck stellt all seine Kraft bis zur Selbstaufgabe in die Mithilfe und Unterstützung der Sonderkommission. Er befragt Zeugen erneut auf seine ruhige aber verbissene Art außerhalb des Präsidiums, denn er ist ja kein Polizeibeamter mehr.  Tanja Grabbe, Lennards Mutter, gibt ihr Leben auf - lebte sie doch erst seit Lennards Geburt.Ihr Bruder Max versucht, sie aufzubauen; die beiden hatten immer ein besonders enges Verhältnis. 

Doch auch er kommt so gut wie nicht an sie heran.Die Familie  bricht schier auseinander. Nur Stephan Grabbe, der Vater, sieht   noch eine Zukunft. Und für diese Zukunft will er noch kämpfen.

 Ich erlebte wirklich und wahrhaftig mit, wie das Glück   ermordet  wurde, unwiderruflich und durch nichts mehr   wieder gut zu machen.

Das Buch ist sehr ruhig geschrieben und versetzt den Leser in jeden der Protagonisten: Mutter, Vater, Onkel und natürlich Jakob Franck, der in seiner Kindheit wohl auch einiges erlebt hat - da geht es wohl um seine Schwester.Für mich ist dieser 2. Fall um Jakob Franck das erste Buch von Friedrich Ani. Ich werde noch den 1. Fall lesen und dann weiteres entscheiden. Dieses Buch selbst zieht den Leser so in seinen Bann und ist so dramatisch, dass mein Stimmungspegel stark gesunken ist.



Zum Autor Friedrich Ani: 

Friedrich Ani (* 7. Januar 1959 in Kochel am See) ist ein deutscher Schriftsteller, der vor allem durch seine Kriminalromane um den Ermittler „Tabor Süden“ bekannt wurde.

Friedrich Ani ist der Sohn eines Syrers und einer Schlesierin. Seine ersten Hörspiele und Theaterstücke entstanden kurz nach seinem Abitur. Nach dem Zivildienst in einem Heim für schwer erziehbare Jungen war Ani von 1981 bis 1989 Polizeireporter und Hörfunkautor. 1992 wurde er Stipendiat der DrehbuchWerkstatt München an der Hochschule für Fernsehen und Film München und publizierte 1996 seinen ersten Roman.

Im Februar 2010 wurde er zu den Münchner Turmschreibern berufen. 2012 gewann er für das Drehbuch zu Dominik Grafs Fernsehfilm Das unsichtbare Mädchen gemeinsam mit Ina Jung den Bayerischen Fernsehpreis.

Seit 2012 ist er Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland, seit 2014 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München.

Friedrich Ani lebt in München.

Lize Spit - Und es schmilzt

ICH  HABE  ES  MITERLEBT,  ES  WAR  SO  SCHÖN - UND  SO  FURCHTBAR!



Lize Spit spricht mit ihrem Erstlingswerk "Und es schmilzt" alle Empfindungen an, derer ein Mensch fähig ist.


Eva, unter den Kindern der Grundschule mehr als Junge denn als Mädchen wahrgenommen, kommt aus einer schwierigen Familie. Ihre Eltern trinken, die Mutter mehr als der Vater. Die Mutter hat vor ihr Zwillinge geboren, von denen eines gleich im Krankenhaus gestorben ist. Wahrscheinlich hängt es damit zusammen.

Eva hat also einen älteren Bruder. Nach Eva wird noch ein Mädchen geboren. Eva und ihr Bruder fühlen sich sehr für ihre kleine Schwester verantwortlich.

Eva tut sich mit 2 Jungen zusammen, die gleichalt sind wie sie und aus dem selben Dorf kommen. Sie sehen sich als die "drei Musketiere" und gehen in die gleiche Klasse. Eva wird von den anderen Mädchen nie mit einbezogen, sie spielt lieber mit den Jungen Fußball und die Gegner wissen sie bald zu fürchten.

Das Buch ist in mehreren Zeiten geschrieben, und zwar die Zeit der Kindheit und Grundschule, die Teenagerzeit (2002) und die Jetzt-Zeit, die wohl 2015 ist.


Eva und der Metzgerssohn Laurens sowie der Bauernsohn Pim sind absolut dicke Freunde. Jahrelang haben sie viel Spaß miteinander und machen Unsinn, wie ihn auch andere Kinder hinter dem Rücken ihrer Eltern machen.

Doch dann wird es schwierig, ein Todesfall und die Pubertät bringen alles durcheinander.
Eva durchlebt 2002 einen Sommer, der ihre Zukunft bestimmen wird. War sie immer die beste Freundin, oder nur ein unwichtiges Anhängsel der Jungen? Sie wird diesen aufwühlenden Sommer nie vergessen.

2015, Eva wohnt mittlerweile in Brüssel. Sie folgt einer Einladung in ihr Heimatdorf zum 30. Geburtstag von Pims verstorbenem Bruder, im Kofferraum einen riesigen Eisklumpen.
Das Buch hat mich mitfühlen lassen, lachen, weinen, die Luft anhalten vor Spannung, Entsetzen erleben - erschüttert bleibe ich nach dem Ende des Buches zurück.

Wortgewaltig versteht es Lize Spit, die Leser in ihren Bann zu ziehen. Es ist bestimmt nicht mein letztes Buch von ihr.



Zur Autorin Lize Spit: 

Lize Spit geboren am: 12.11.1988 wuchs in einem kleinen Dorf in Flandern auf und lebt heute in Brüssel. Sie ist eine belgische Schriftstellerin flämischer Sprache.

Sie studierte Szenisches Schreiben am RITCS (Hoger Rijks Instituut voor Toneel en Cultuurspreiding). Sie schreibt Romane, Drehbücher und Kurzgeschichten.
Ihr erster Roman »Und es schmilzt« stand nach Erscheinen ein Jahr lang auf Platz 1 der belgischen Bestsellerliste und gewann zahlreiche Literaturpreise, darunter den Bronzen Uil Preis für den besten Debütroman und den Preis des niederländischen Buchhandels für den besten Roman des Jahres 2016.

Mit ihrem Debütroman "Und es schmilzt" gelang der belgischen Autorin auf Anhieb der schriftstellerische Durchbruch.
Sie ist Gastdozentin bei der LUCA School of Arts und wohnt in der Region Brüssel-Hauptstadt.


Kirsten Wulf - Sommer unseres Lebens

Dieses Buch wird immer schöner, je länger man es liest



Kirsten Wulf beschreibt in ihrem Buch "Sommer unseres Lebens" 3 Frauen, die in Portugal einen wunderschönen Urlaub verbrachten und sich am 25. Geburtstag von Hanne versprachen, sich in 25 Jahren in Portugal wiederzutreffen. Passend dazu wurde ein Foto von ihnen dreien gemacht, das Hanne dann, als die Zeit um ist, in Facebook setzt, weil sie nicht weiß, wie sie die anderen erreichen kann.

Und tatsächlich, es klappt. Hanne, allein erziehende Yogalehrerin, die gerade so richtigen Ärger mit ihrer ältesten Tochter hat, Claude, singende Wirtin einer Szenebar am Elbestrand und Miriam, die Karrierefrau, raffen sich auf und treffen sich in Lissabon.


Ihr Ziel ist das Meer, dahin, wo sie vor 25 Jahren waren. Hanne hat schon alles organisiert - und doch kommt alles anders als erwartet. Claude kommt mit einem alten klapprigen Wagen, der zwischenzeitlich mal den Geist aufgibt. Miriam, die den Kontakt zu ihrem Mann, ihren Kindern und ihrer Familie aufrechterhalten möchte, steht plötzlich ohne Smartphone und Kreditkarten da, Hanne fährt mit angespartem Bargeld, das aber auch nicht ewig hält und Claudes Kreditkarten werden plötzlich nicht mehr akzeptiert.

Zudem hat jeder noch sein schweres Päckchen zu tragen, doch um es den anderen anzuvertrauen, das dauert seine Zeit.

Das Buch nimmt recht langsam Fahrt auf, wird aber, je weiter man es liest, immer spannender. Die Protagonistinnen sind sehr gut beschrieben und ich habe mich immer in sie hinein versetzen können.
Zum Schluss des Buches war es schade, dass das Buch zu Ende war. Ich hätte gerne noch gelesen, wie das Leben der drei weitergeht.

Das Cover des Buches ist sehr gut gewählt, drei junge Frauen blicken aufs Meer und die untergehende Sonne.




Zur Autorin Kirsten Wulf:  


Kirsten Wulf ist 1963 in Hamburg geboren und aufgewachsen. 


Nach dem späten Abitur wollte sie Journalistin werden und die Welt entdecken. Sie machte einige Praktika und ein Redaktionsjahr bei der "Brigitte".

Danach folgte ein halbherziges Studium an der Uni Hamburg in Politik, Geschichte, Französich, Spanisch. Sie entschloss sich aber sich selbst zu organisieren.

Ihre beiden Kinder werden 1998 und 2002 geboren, was jeweils eine schöpferische Pause mit sich brachte.

Kirsten Wulf verlegt mehrfach ihre Wohnsitze nach Portugal, Israel und Italien, wo sie letztlich sesshaft wurde. Sie areitete als Journalistin in Mittel- und Südamerika, Portugal und Israel. Sie spricht fünf Sprachen, war zum Beispiel tätig für "Brigitte", "Merian" und "Zeit" und leitete auch ein Radiofeature für NDR und SWR. Weiterhin schreibt sie Repaortagen und Portraits für Brigitte Women, Eltern, essen&trinken, GeoSaison, Greenpeace Magazin, mare, Merian, taz

Gesine Schulz - Darcy, der Glückkater & der Geist von Renfield Hall


Ich habe mir mehr vorgestellt


Gesine Schulz schreibt in diesem Büchlein weiter über die Abenteuer des Glückskaters Darcy. Ein Bild von ihm können wir uns machen, wenn wir das Cover betrachten. Er ist ein kleiner bunter Kater und im Hintergrund ist ein Herrenhaus zu sehen, das sehr wohl Renfield Hall sein kann.

Freda, die mit einem viel älteren Mann sehr glücklich verheiratet war, lebt als Witwe jetzt hier alleine. Sie vermisst ihren zu früh verstorbenen Mann. Genau so geht es dem Hund ihres Mannes.

Am Haus stehen viele Reparaturen an, die sie sich jedoch nicht leisten kann.

Als auch noch der Hund zu ihrem Stiefsohn geht, weiß sie nicht mehr, wie sie alles stemmen soll. Es fehlt nicht viel und sie verfällt in Depressionen. Aber da kommt ein Darcy zu ihr.

Darcy ist eigentlich auf der Suche nach seiner ersten Menschenfamilie, doch er ist ja auch ein Glückskater, und so bleibt er eine Weile bei Freda.

Sie bespricht mit den Stiefkindern den Verkauf des Hauses, aber diese sind strikt dagegen, weil sie an ihrem Zuhause hängen.

Freda und ihre Freundinnen überlegen einen Schlachtplan.

Zur Hilfe kommt ihr ein Geist, der Darcy beinahe mit seinem Auto Darcy überfährt.




Zur Autorin Gesine Schulz:  

Gesine Schulz (* 9. März 1969 in Niedersachsen) ist eine deutsche Bibliothekarin sowie Kinderbuch- und Kriminalromanautorin.
 Gesine Schulz wuchs im Ruhrgebiet auf, reiste nach der Ausbildung zur Bibliothekarin ins Ausland und verbrachte über zehn Jahre in Irland, Manhattan, Berner Oberland, Bogotá und La Paz. Sie leitete, beriet und reorganisierte dort Bibliotheken, arbeitete in einem Hotel und nahm an archäologischen Ausgrabungen teil.
Als sie nach Essen kam, debütierte sie im Jahr 2001 mit dem Kinderbuch Eine Tüte grüner Wind – Sommerferien in Irland. Das Buch erschien im Januar 2002 beim Ueberreuter Verlag in Wien, wurde 2002 ins Niederländische übersetzt und erreichte 13 Auflagen.
Gesine Schulz war Mitglied bei Sisters in Crime, German Chapter und von 2007 bis 2008 Präsidentin der Vereinigung Mörderische Schwestern. Seit Jahren gehört Sie der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur Syndikat an.(Quelle:Wikipedia)
Zur Zeit lebt sie überwiegend im Ruhrgebiet, ist aber auch gerne in Irland, wo ihr zweiter Schreibtisch steht.



Gunnar Schwarz - Der Frauenwkeller

  Spannung wellenförmig Ein dunkles Cover, eine Frau geht eine Treppe hinunter.  Man findet eine bestialisch zugerichtete Leiche einer Frau ...