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Håkan Nesser - Der Fall Kallmann


Tiefgründig auf dem Weg zur Wahrheit


Leon hat seine Frau und seine Tochter bei einem Fährunglück verloren. Seine Bekannte Ludmilla schlägt ihm vor, in K. eine freigewordene Lehrerstelle für Schwedisch zu übernehmen. So zieht er sieben Monate nach dem Verschwinden seiner Familie dorthin und beginnt seine neue Anstellung in der Bergtunaschule - was soll er auch sonst machen, um aus der tiefen Trauer heraus zu kommen?

Ludmilla ist eine alte Bekannte von Leon und an der Bergtunaschule als Beratungslehrerin tätig. Bei uns sagt man dazu wohl eher Vertrauenslehrerin oder "sozialer Dienst". Sie ist sowohl für die Schüler als auch für die Lehrer zuständig. Eigentlich hatte sie ihren Vorschlag, dass Leon nach K. kommen solle, gar nicht so ernst gemeint, aber er hatte ihr halt so leidgetan.

Ein weiterer Lehrer, Igor (Mathematik und Naturwissenschaften), hatte wohl als einziger der Kollegen Kontakt mit Leons Vorgänger, mit dem beliebten Schwedischlehrer Kallmann.

Kallmann wurde im Deutschen Haus tot aufgefunden. Niemand weiß, ob es ein Unfall, Selbstmord oder Mord war. Die Polizei hat wohl die Ermittlungen eingestellt.

Ein Schüler, Charlie, hatte engeren Kontakt zu ihm. Zwei weitere Schüler bilden eine "Privatdetektei", um Licht ins Dunkel zu bringen. Das gleiche machen Leon, Ludmilla und Igor, nachdem Leon einen Stapel Tagebücher gefunden hat. - Kallmann behauptet darin, in den Augen anderer sehen zu können, ob diese Mörder sind. Hat er einen Mörder entlarvt, der ihn daraufhin ermordet hat?

Leseprobe u.a.
Håkan Nesser schreibt in seiner bekannt subtilen Weise einen Roman, der immer mehr Fahrt aufnimmt und spannender wird. Wenn man glaubt, JETZT kommt die Lösung, wird man jedoch wieder enttäuscht. Der Roman beginnt im Sommer 1995 und endet nach einer langen Pause mit einer überraschenden Lösung im Frühjahr 2015.

Die Kapitel sind zeitgleich nach den einzelnen Protagonisten getrennt und in dort der Ich-Form geschrieben.

Zusammenfassend ist zu sagen, es ist immer wieder schön, einen so stimmigen Roman von dem hochdekorierten Schriftsteller zu lesen. 

Das Buchcover lädt zum Lesen ein; der Roman erschien bei btb  in der Verlagsgruppe Randomhouse, ISBN 9783442757282


Anna Neunsiegel - Feuergott und Sternenlicht



Märchen-haft

Anna Neunsiegels schreibt in ihrer Kurzgeschichte über den Sonnengott und den Feuergott. Es ist wie eine Sage aufgebaut. Ich kann mir gut vorstellen, dass man es größeren Kindern auch vorlesen kann,im Gegensatz zu Grimms Märchen.

Der Feuergott wird auf die Welt der Menschen verbannt, damit er lernt, seine Kräfte zu schätzen. In der Menschenwelt muss er deshalb ohne diese Kräfte auskommen. Es kommt, wie es kommen muss, er verliebt sich. Doch sein Vater stellt ihn vor eine schwere Wahl.

Im eBook ist eine weitere Folge enthalten "Der Barde mit den Flammenhänden". Auch dieser stammt von den Göttern ab und die Geschichte ist so märchenhaft, dass mir der Barde leidtat.

Die Autorin bedient sich einer be- und verzaubernden Sprache. Irgendwie fieberte ich immer mit. Sie ist die geborene Märchenschreiberin.

Sie hilft uns Lesern - hoffentlich - , bessere Menschen zu werden und nicht so eigennützig zu sein.

Im Web finden wir sie auf ihrer Seite: 

https://neunsiegel.jimdo.com/

Jules Melony - Was bleibt, sind Schatten


Tolles Debüt

Das Cover zu diesem Buch ist nicht unbedingt so meines, aber das ist ja Geschmackssache. Gerade deshalb bin ich froh, an der Leserunde von LovelyBooks teilgenommen zu haben, weil ich das Buch aufgrund des Covers wohl gar nicht in die Hand genommen hätte.

Jules Melony schreibt in diesem Erstlingsroman über zwei Polizistinnen, die einen klaren Auftrag bekommen: einen Drogendealer zu beschatten und damit zum Zugriff zu verhelfen. Sie hätten sich damit so toll bei ihrem Chef empfehlen können.

Aber die beiden schnuckeligen Männer, die wohl zu dem Drogendealer gehören, bringen sie auch auf andere Gedanken, so dass Skye in einem entscheidenden Moment unaufmerksam wird und sich von einem von ihnen retten lassen und mit ihm  fliehen muss.

Die Autorin schreibt sehr realistisch, man versetzt sich sofort in Skye und erlebt alles mit. Aber auch in den Verbrecher Nate kann man sich immer mehr hineinversetzen. Atemlos erlebt man jede Situation mit den beiden mit.

Jules Melony hat es geschafft, Crime und Romantik unter einen Hut zu bringen. Ich bin froh, das Buch gelesen zu haben.

Ich wünsche ihr einen Riesenerfolg mit diesem Buch und viel Glück mit dem zweiten Teil.

Das Buch ist am 01. März 2018  im Amrun Verlag veröffentlicht worden.

Rita Falk - Winterkartoffelknödel

EEin uriger Typ, dieser Eberhofer



Rita Falk beschreibt hier einen urigen Polizisten, der in seinem Heimatdorf gleich mehrere Morde aufklären muss. Natürlich sehen mehrere wichtige Männer, wie der Bürgermeister von Niederkaltenkirchen und der Richter Moratschek diese Morde erst mal gar nicht als solche, sondern als Unglücksfälle. 

Doch Eberhofer, der hierher strafversetzt wurde, weil seine Waffe oft zu locker sitzt, ermittelt trotzdem. Unterstützt wird er von seinem Freund und ehemaligen Kollegen Birkenberger, der jetzt als Privatdetektiv tätig ist.
Doch Eberhofer, der hierher strafversetzt wurde, weil seine Waffe oft zu locker stzt, ermittelt trotzdem. Unterstützt wird er Eberhofer wohnt auf dem familiären Hof im Saustall, näheres im Buch. Ich glaube nicht, dass er da jemals wegzieht, denn er wird von seiner stocktauben Oma nach Strich und Faden verwöhnt. Insbesonderere das Essen seiner Oma beschreibt er so gut, dass ich mich mit an den Tisch setzen möchte. 

Die Sprache des Eberhofer, das Buch ist in der Ich-Form geschrieben, ist nicht die meine, doch ich sehe ihn vor mir und höre ihn. Ich musste häufig lache
Rita Falk hat Rezepte im Anhang aufgeführt, die Franz Eberhofers Oma aufgeschrieben hat. 

Die Autorin ist Ehefrau eines Polizeibeamten.

Benjamin Cors - Strandgut


Mord in der Normandie


Benjamin Cors hat so eine besondere Note, seinen Roman immer wieder spannend zu halten. Häufiger zu Beginn manches Kapitels nimmt er dessen grob umschriebenes Ende vorweg, und macht damit uns Leser neugierig.

Nicolas ist als Personenschützer eines Politikers angestellt, als ihm in Cannes ein grober Schnitzer passiert. Daraufhin wird er von seinem Chef nach seinem Heimatort Deauville abgeordnet, um die dortige Polizei zu beraten. Im Casino in Deauville wird in wenigen Tagen der Gipfel stattfinden. Nicolas ist dort lediglich als Berater tätig und darf nicht eingreifen.

Da überschlagen sich die Ereignisse, die wahrscheinlich nichts mit dem Gipfel zu tun haben. Eine abgehackte Hand wird angeschwemmt. Ein alter Fotograf verschwindet vom Trawler seines Freundes, er ist wohl über Bord gegangen. Nicht zuletzt verschwindet ein Gast aus dem Hotel, in dem Nicolas' Mutter eine Boutique betreibt.

Nicolas wohnt über der Wohnung des vermissten Fotografen. Er findet in seinem persönlichen Briefkasten ein Bild mit einer Drohung, ähnliche landen bei der Polizei. Ist der Gipfel in Gefahr?

Abgesehen von einem seit drei Jahren andauernden persönlichen Trauma, ist Nicolas hilflos. Die Polizei von Deauville möchte seine Beratung nicht, sie möchte auch die neue Praktikantin nicht gerade jetzt beschäftigen. So sind sie froh, dass sich die beiden zusammentun.

Die Handlung wird immer spannender, man hat gar nicht damit rechnen können.

Benjamin Cors hat einen für den Leser atemlosen Roman geschrieben.

Ich empfehle diesen Roman sehr. Er ist der erste einer neuen Reihe mit dem Personenschützer Nicolas

Es wurde herausgegeben bei dtv, ISBN 978-3-423-21716-3

"Benjamin Cors ist politischer Fernsehjournalist und hat viele Jahre für die ARD Tagesschau, die ARD Tagesthemen und den Weltspiegel berichtet. Heute arbeitet er als landespolitischer Korrespondent für den SWR. Er ist Deutsch-Franzose und hat die Sommer seiner Kindheit in der Normandie verbracht. 2016 erhielt er den Friedrich-Glauser-Preis (Debüt-Krimi-Roman)" (dtv)

Wendy Walker - Kalte Seele, dunkles Herz


Erschütternder Schrei


Cassandra ist wieder da. Nach drei Jahren. Vor drei Jahren verschwand die 15-jährige mit ihrer 2 Jahre älteren Schwester spurlos, das FBI konnte trotz aller Bemühungen keine Spur von ihnen finden. Doch jetzt steht sie vor der Tür ihrer Mutter, die sie nicht wiedererkennt. Cass schreit nur: "Ihr müsst Emma finden!"

Überhaupt geht es hier um den großen Schrei, in ihr, in ihrer Schwester, in der Psychologin des FBI.

Sie wird natürlich befragt und legt großen Wert darauf, dass ihre Mutter bei allen Befragungen dabei ist.  Ihre Mutter glaubt den Schilderungen nicht und nimmt an, sie sei geistig gestört. Doch es ist alles zu genau beschrieben, das Ehepaar, von dem sie festgehalten wurden, die Insel, das Boot. Auch die Schwangerschaft und die Entbindung Ihrer Schwester. Sie Mädchen müssen unendlich gelitten haben.

Und immer wieder schreit sie: "findet Emma!"

Die Psychologin des FBI hatte vor drei Jahren schon eine gewisse Ahnung, die sich immer mehr verstärkt.

Doch Cass geht es nicht schnell genug, sie gibt den Leuten vom FBI Tipps, irgendjemand muss doch was gemerkt haben. Sie verzweifelt. Das FBI muss doch Emma suchen!!!  Sie lügt nicht, aber irgendetwas scheint sie zu verschweigen.

Das Buch ist aus Cassandras Sicht und aus Sicht der Psychologin in der Ich-Form geschrieben, es ist eindringlich und ich habe mit Cass gelitten. Es ist ganz schlimm, dass es sowas geben kann.

Wendy Walker hat ein ungemein spannendes Buch geschrieben

Gott sei Dank habe ich das Nachwort gelesen, also den "Dank" von Wendy Walker.

Dieses Buch kann ich absolut empfehlen.

Mark Roderich - POST MORTEM (4) Spur der Angst

Toller Spannungsaufbau Mit "Spur der Angst" hat uns Mark Roderick bereits den 4. Roman der Reihe POST MORTEM geschrieben. Es i...