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Konstanze Harland - Puccini zum Frühstück

Liebeswirren vor dem Hintergrund von Theaterhektik

Das Cover zeigt ein Liebespaar engumschlungen hinter einem Tischchen mit zwei Kaffeetassen und einer Vase mit einer roten Rose. Der Titel - Puccini zum Frühstück - und der Name der Autorin rahmen das Paar ein. Die Farben des Covers Rot, Weiß, Schwarz - auf Blau. Umschlagsgestaltung: Silke Stein.

Charlie, vernachlässigte Tochter einer herrschaftlichen Hamburger Kaufmannsfamilie, büxt aus. Sie will ans Theater. Aber sie möchte dort nicht Schauspielerin oder Opernsängerin werden, sondern als Dramaturgieassistentin ans Marienburger Theater. Dies liegt - Gott sei Dank! 126 km Luftlinie von Hamburg entfernt. Ihrer Mutter wird sie es ja doch niemals recht machen können - sofern diese Frau, die sich nie um sie gekümmert hatte, sich überhaupt ihre Mutter nennen kann. Die Figur, die ihre Mutter, ein ehemaliges Model, von ihr erwartet, würde sie eh nicht bekommen. 

Doch jetzt freut sie sich auf ihre Aufgabe - und schon bald wird ihr Leben sich nicht mehr um ihre Familie drehen. Sie geht ganz in ihrer neuen Stelle auf, ihr Selbstbewußtsein wächst. Bisher hatte sie nämlich keines. Und - ja natürlich spielt auch bald die Liebe eine Rolle in Charlies Leben. 

Konstanze Harlan hat einen wunderschönen Frauenroman geschrieben, die Protagonisten sind sämtlich super dargestellt. Man meint, sie zu kennen und hört sie reden und - singen. Ganz toll finde ich, dass die Autorin für uns Laien einmal die Arbeit am Theater dargestellt hat. Man macht sich ja gar keine Gedanken darüber, welche Aufgaben hinter den Kulissen zu erledigen sind. 

Ein toller Roman ist dieser Autorin gelungen, man kann ihn in einem Rutsch durchlesen, denn das ist das schönste: wenn man sich in die Hauptakteure hineinversetzt und denkt, das kann doch nicht das Ende sein!!!!

Der Roman ist als eBook und als Taschenbuch erschienen und wird von mir insbesondere als Urlaubslektüre empfohlen. 

Mathilda Millsohn Himmel Arsch - und - Zwirn, wo bleibt mein Gehirn

Guter Ratgeber

Alzheimer und Demenz kommt auf viele Familienangehörige und Freunde zu. Diese Krankheit erkennen, möchlichst recht früh und nicht die Geduld verlieren "das musst du aber doch wissen!", dabei hilft dieser Ratgeber auf eine nette und verständliche Art und Weise.

Die Autorin brauchte selbst einige Zeit, um die Alzheimer Demenz ihrer Mutter zu erkennen und damit umzugehen. Sie pflegte ihre Mutter, bis es nicht mehr ging und sie sie in ein Pflegeheim geben musste. Sie verfasste dieses Büchlein, nachdem sie zwei weitere Fälle von Demenz aus ihrer Umgebung beobachten konnte, um Menschen zur Seite zu stehen, für die dies alles noch neu ist.

Autorin Mathilda Millsohn berichtet über den Verlauf der Krankheit und gibt Tipps zum Umgang mit den Betroffenen.

Sie vergleicht Schulmedizin und Naturheilkunde, die beide unterschiedlich an diese Erkrankungen herangehen. Kann man Alzheimer vorbeugen? Was kann man insgesamt tun, um sich und dem Erkrankten das Leben je nach Krankheitsstadium zu erleichtern?

Kurz gesagt: "Himmel Arsch - und - Zwirn, wo bleibt mein Gehirn" ist ein e-Book, das auch als Taschenbuch erhältlich ist: ein toller Ratgeber, nicht nur für Anfänger. Er umfasst 103 Seiten, also keine Angst vor einem großen Werk. Einfach mal in die Hand nehmen und aufklären lassen von einer Betroffenen.

Isabel Morland - Der Herzschlag der Steine

Gefangen im Zauber der Äußeren Hebriden


Das Cover zeigt einen blauen Himmel mit wenigen Wolken, den Steinkreis auf einem Plateau im Hintergrund, unebener grüner Boden und Moor vorne. Mittig lesen wir den Titel "Der Herzschlag der Steine. Ein Buch, das neugierig macht.

Ailsa (Elsa) kommt aus Kanada nach fast 20 Jahren zurück auf die Insel Lewis vor Schottlands Küste, um das Haus ihrer Mutter zu verkaufen. Eigentlich hält sie hier auch nichts mehr. Ihre Freunde aus Kinder- und Jugendtagen sind zwar noch da und freuen sich, sie wiederzusehen, doch sie sehen mit Bangen auf den Verkauf des Crofts, des kleinen Bauernhauses von Ailsas Mutter Kaitlin. Allzuviele Touristen haben sich schon hier niedergelassen. 

Auf Lewis befindet sich der Mythische Steinkreis "Callanish Stones". Alle 18 Jahre kommt der Mond dem Süden der Insel so nahe, dass gerade dann besonders viele Touristen die Insel besuchen, um das Ritual der Bewohner an den Steinen zu betrachten. Aber auch so kommen sehr viele Touristen nach Lewis. Deswegen tun die Bewohner von Lewis alles, um ihr Scherflein nach Hause zu bringen. Sei es durch Verkauf von selbstgemachten Suppen, Plätzchen, Würstchen, Brot, u.a.m.

Ailsa fühlt sich immer wieder angezogen von den Steinen. Ja, manchmal hat sie sogar das Gefühl, aus ihrem Körper herauszusteigen und die Steine von oben zu betrachten. 

Sie ist überrascht, ihre alte Liebe Grayson St. John wiederzutreffen. Er hat früher mit seiner Familie hier oft die Ferien verbracht. Ihren Freund aus Kinder- und Jugendtagen Blair trifft sie natürlich auch, aber er scheint Grayson zu hassen. Keiner weiß warum. Grayson hat auf Lewis ein Hotel und gibt vielen Inselbewohnern Arbeit.

Während Ailsa hier weilt, überrascht sie telefonisch ihren Mann in Toronto mit einer anderen Frau. Eigentlich hätte sie mit so etwas rechnen müssen. Nun steht die Überlegung an, ob sie nicht doch hier bleiben sollte. 

Ich habe dieses Buch mit Inbrunst gelesen. Isabel Morland hat uns wieder die Rauheit und Natürlichkeit dieser Inseln nahe gebracht, verbunden mit der Mystik, die ihnen inneliegt. Das hatte sie schon mit ihrem vorangegangenen Roman "Die Rückkehr der Wale" so toll geschafft. Auch jetzt kann ich wieder die einzelnen Bewohner sehen und meine, sie zu kennen: Blair mit seiner sensiblen Stute, die ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurückbringt; Grayson mit seinen Schweinchen - und dann gibt es auch noch Nelly ...  Die Autorin hat einen fesselnden, flüssigen Schreibstil und sie schreibt so magisch, dass ich unbedingt einmal dorthin möchte. Man merkt, dass sie diese Gegend liebt. Dies geht besonders aus dem Nachwort hervor. 

Elja Janus - Immer noch wir

Bittersüßer Liebesreigen


Das Cover ist verziert von Vergißmeinnicht-Blüten (wie passend!) und einem Foto, das ein sich zuneigendes Paar zeigt. In der Farbe der Blüten dann in Schreibschrift der Titel "Immer noch wir" und der Name der Autorin gedruckt in rot, aber viel kleiner gehalten. Dieses Cover vermittelt, dass dieses Buch einen romantischen Roman enthält.

Caroline und Johannes lernen sich auf einer Ü30-Party kennen. Ach nein, irgendwie kennen sie sich ja schon, doch weder er noch sie weiß woher. Natürlich finden sie das heraus und aus Carolina wird Lina und aus Johannes wird Joe. Das sagen allerdings nur die beiden zueinander, andere kürzen ihre Namen anders ab. Sie fühlen sich trotz oder sogar wegen ihrer Vergangenheit vor 25 Jahren zueinander hingezogen. Aber weil Joe sein Herz aus Verlustangst verschließt, möchte er nur ihre Freundschaft wiederherstellen. Line ist einverstanden und beide haben viel Spaß - doch ob sie so eisern bleiben können? Gibt es diese eine Freundschaft zwischen Mann und Frau?

Ich möchte hier auf gar keinen Fall spoilern, denn der Roman ist ganz sicher lesenswert. Er umfasst 268 Seiten in 30 Kapiteln, die je aus Linas und Joes Sicht in der Ich-Form erzählt werden. Der Leser leidet mit, denn es scheint keine Abkürzung zu geben. Der Stil der Autorin ist spritzig und durch die vielen Kleinigkeiten, die sie sich für die beiden ausgedacht hat, absolut unterhaltsam. Man möchte unbedingt weiterlesen.

Ich empfehle dieses Buch von Elja Janus. Es wurde verlegt im Feuerwerkeverlag und erschien im März 2019.

J. P. Delaney - BELIEVE ME - Spiel dein Spiel. Ich spiel es besser.

Hyperspannend vom ersten bis zum letzten Wort


Ein dunkles Cover. Eine Frau steht von außen beleuchtet an einem deckenhohen Fenster und schaut auf eine große Stadt. Hinter ihr ist ein Bett zu sehen. In weisser Farbe der Name des Autors über diesem Bild, darunter im roten Reliefdruck der Titel "BELIEVE ME" - und in normalem weissen Druck in einer viel kleineren Größe 'SPIEL DEIN SPEL. ICH SPIEL ES BESSER.' Alles in allem ein Cover, das mich sehr neugierig macht und zum Kaufen anregt.

Die Engländerin Claire Wright hat ein Stipendium in New Yok für ihren Schauspielunterricht an der Actors School bekommen. Leider reicht das Stipendium nicht für ihre Unterkunft. Mit diversen Jobs versucht sie sich über Wasser zu halten, bis ein Anwalt sie anspricht. Sie testet ab jetzt Ehemänner auf ihre Treue. Da sie eine begnadete Schauspielschülerin ist, fällt ihr dies leicht. Dann ist eines Tages eine Auftraggeberin tot und Claire war die letzte, die sie gesehen haben soll. 

Eine Profilerin und ein Beamter des FBI haben aber auch den Baudelaire-verliebten Professor und Witwer Patrick in Verdacht. Claire soll als Lockvogel fungieren, ihn näher kennenlernen. Sie wird ständig durch die Polizei abgehört und begleitet. Nun muss sie voll in der neuen Rolle aufgehen. Klappt das? Kann sie - für sich selbst - Rolle und Realität noch trennen, oder ist es wirklich besser, wenn sie das nicht kann?

Mit vielen Thrills, abgelöst durch ruhigere Wasser, ständig in Begleitung von Baudelaire, werden wir durch diesen Psychothriller gescheucht. Immer und immer wieder kommt es zu Wendungen, mit denen man nicht rechnen kann. Zu guter Letzt erreicht die Stimmung ihren nervenzerreißenden Höhepunkt in Paris.

J. P. Delaney ist ein begnadeter Schriftsteller, der uns einen Top-Thriller beschert hat. ICH konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Beginnen Sie es am Wochenende, denn Sie werden es auch die Nacht durch lesen.

Das Buch umfasst 403 Seiten in 106 Kapiteln, die überwiegend aus Claires Sicht geschrieben sind, aber auch wie ein Skript, das Claire liest. Aus dem Englischen übersetzt von Sibylle Schmidt, veröffentlicht bei Penguin 2018.

Paolo Valentino - Katzen - Achtsamkeit auf Samtpfoten

Katzenyoga


Nun, Yoga tut gut, für Körper und Seele. Als ich dieses Buch gelesen habe, dachte ich sofort an Katzenyoga. Eine Katze führt uns durch dieses kleine 96 Seiten umfassende Büchlein. Sie lebt - natürlich - mit Menschen zusammen und kann den ganzen Stress und die Hektik nicht verstehen. Deshalb gibt sie uns eine Anleitung durch ein 7-Wochen-Programm, um zur Ruhe zu finden. 

Dies ist alles auf eine sehr nette Art und Weise beschrieben und zum Teil mit süßen Illustrationen belegt. Nicht stur nach Programm zu leben, das ist das Hauptanliegen dieses Katzenbuches. Die Katzen leben doch auch nicht so, es sei denn, wir Menschen trimmen sie darauf. 

Und wirklich, wäre es nicht schön, wenn wir Menschen alles nicht so eng sähen - wäre die Welt nicht eine bessere?

Also, lasst uns unsere Ansprüche an uns selbt herunterschrauben, ein wenig mehr sollten wir uns selbst genügen. Im Jetzt leben und erleben, Stress ist ein Fremdwort. Das wäre nicht falsch. Die Anleitung dazu gibt diese kleine Katze im Buch "Katzen - Achtsamkeit auf Samtpfoten" von Paolo Valentino, dem mit diesem  etwas anderen Katzenbuch etwas ganz tolles geglückt ist. 

"Katzen wurde illustriert von Marianna Coppo und übersetzt von Ingrid Exo. Das Buch wurde beim Mosaik-Verlag veröffentlicht. Es ist ein tolles Geschenk.

Martin Schörle - Zwei Theaterstücke

Einfach nur herrlich!


Wer den Finanzbeamten Willi Winzig kennt - seinerzeit gespielt von Heinz Erhardt - denkt bestimmt, er hat schon alles erlebt, was ein Beamter auf die Bühne bringen kann. Aber weit gefehlt! Autor Martin Schörle stellt in seinem Theaterstück "Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten" den Vollblutverwaltungsbeamten Hans Fredenbeck vor. Hans kann so gut wie nie abschalten, aber das will er auch nicht. Auch im Urlaub fällt ihm etwas ein, was er durchführen kann. In seinem Büro findet er sich oft genug selbst nicht mehr zurecht. Ob seine Kollegen ihn noch für voll nehmen, ist zu bezweifeln. Dieses Theaterstück ist schon mal sehr gut vorstellbar, allerdings als Monolog des Darstellers. Hinreißend!

In "Einladung zum Klassentreffen" wird 20 Jahre nach dem Abitur Marina von ihrem ehemaligen Schulkollegen Carsten zu eben diesem Treffen per Telefon eingeladen. Sie sitzt nach der Arbeit in der Bahn. Zwar sitzt sie alleine in einem Abteil, doch die Mitfahrer im Nachbarabteil und in Gang können das Gespräch verfolgen. Marina und Carsten hatten in der Schulzeit eine Liebesbeziehung. Doch dann kam das Leben dazwischen. Während des Telefonats erinnern sich die beiden - und mehr. Für die Zuhörer wird es immer spannender . . .
Dieses Theaterstück, ein Dialog zwischen den beiden, ist so gut beschrieben, dass ich es "gesehen" habe. 

Martin Schörle hat eine wunderbare Art, diese Skripts für die Theaterstücke zu schreiben. Als Schauspieler wäre ich ganz heiß darauf, auf die Bühne zu kommen und zu proben. Da ich aber keiner bin, würde ich mir für die Stücke auf jeden Fall Eintrittskarten besorgen.

Die beiden Theaterstücke wurden veröffentlicht im Engelsdorfer Verlag.

Konstanze Harland - Puccini zum Frühstück

Liebeswirren vor dem Hintergrund von Theaterhektik Das Cover zeigt ein Liebespaar engumschlungen hinter einem Tischchen mit zwei Kaffeeta...