Dieses Blog durchsuchen

Chris Adel - Noola und der Walmenschling (Die Ballade vom Pottwal und dem Riesenkalmar 1)

Mit viel Phantasie geschrieben


Das Cover ist ganz in Braun gehalten, man sieht ein grobes Gesicht, den Namen des Autors und den Titel "Noola und der Walmenschling" und darunter in weißen Lettern DIE BALLADE VOM POTTWAL UND DEM RIESENKALMAR. Das Titelbild erstellte Maria Ditaranto. Auf der schwarzen Rückseite des Buches wird bereits darauf hingewiesen, das dies der erste Teil der "Ballade" ist.

Noolas Dorf in der Sahara wird am Tag ihrer Beschneidung überfallen und nur sie kann in Begleitung eines schwachen Babys fliehen.
Sie übererlebt einige Abenteuer bis sie über das Mittelmeer ihr Leben retten kann und in Babel landet. 

Hier geht es ihr erst mal nicht gut, bis ein kauziger Tierpräparator und Schriftsteller sie bei sich aufnimmt. Severin sorgt dafür, dass sie seine Sprache lernt. Er umhegt sie und passt gut auf sie auf. So erfährt er dann auch von den Erlebnissen ihrer Vergangenheit. -

Zudem lernt Severin noch Mondschein kennen, die in einer Buchhandlung arbeitet. Sie ist Studentin und beschäftigt sich mit schwarzen Löchern. So gibt es einen Riesenkalmar mit so einem Schwarzen Loch, auch sie gibt vor, eines in ihrem Kopf zu haben.

Severin hat einen Bruder David, der wie er etwas eigentümlich ist. Er ist ein berühmter Architekt, hört jedoch Stimmen, die etwas schier unmögliches von ihm verlangen - doch wozu? 

Der Roman wird aus Sicht von Noola, Severin und David in der 3. Person erzählt. Die Sprache ist gut verständlich, man ist gespannt, wie es weitergeht. Die Geschichte ist mit viel Phantasie vom Autor Chris Adel geschrieben. Ich persönlich finde sie insgesamt seltsam, zumal sie in verschiedenen Zeiten spielt, was man als Leser aber nur ab und an erahnen kann. 

Erst auf den letzten Seiten kann man die Zusammenhänge zusammenstellen und dann, im Rückblick, ist das Buch einfach nur genial! 
Das Reqiem weist schon darauf hin, dass ein weitere Roman folgen wird. Vielleicht ja mit Noola? 

Rob Hart - Der Store

Beängstigende Zukunftsvision


Der Roman scheint in ziemlich naher Zukunft zu spielen. Unsere Umwelt ist kaputt, das haben wir geschafft! Energieknappheit sorgt dafür, dass weder Mensch noch Tier sich außerhalb der eigenen vier Wände aufhalten wollen/können. Die Menschen sind (gerne) abhängig davon, sich alles nach Hause liefern zu lassen. Bequemlichkeit rundherum verspricht uns Gibson Wells, Betreiber von Cloud. Clouds sind riesige Warenhäuser, die keine Wünsche offen lassen. Eine Bestellung wird aufgegeben, in der Cloud verpackt und mit Drohnen an den Empfänger versandt. 

Im TV laufen Werbefilme, wie gut der Online-Store Cloud Familien unterstützt. Aber nicht nur das. Zum Schutze der Umwelt sollen Bürger in der Cloud arbeiten und wohnen. Hier wird alles geboten. Schulen, Einkaufsmeilen, Gaststätten, Spielbetriebe, ärztliche Versorgung - und natürlich als erstes Wohnungen. So wird der Kohlendioxidausstoß durch Pendeln zwischen Wohnung und Arbeitsstätte stark vermindert.

Gibson Wells hatte die Vision, er war ein geschäftstüchtiger Junge, der in seiner Kindheit schon mit Freunden Geld verdiente. Seine Gedanken hat er ausgearbeitet - das Ergebnis waren irgendwann einmal die Clouds, wie die Warenhäuser mit ihrem Umfeld heißen. Eine tolle Sache - aber eben auch beängstigend. Viele Firmen werden aufgekauft, kleine Unternehmer haben kaum noch eine Chance,

Neue Mitarbeiter durchlaufen vorher einen Test und wenn sie ihn bestanden haben, werden sie in unterschiedliche T-Shirts gesteckt und kommen in einen von 3 Wohnblocks. Rote Shirts sind z.B. die Arbeiter, die die Bestellungen zusammenstellen - ich hab sie für mich mal Arbeitsameisen genannt. Dann gibt es Techniker, Sicherheitsdienst, Mitarbeiter der Krankenhäuser, Manager und, und, und. Doch es gibt nichts geschenkt. Den Mitarbeitern ist bewußt, dass und wodurch ihre Leistung gemessen wird.

Beim Einstellungstest lernen sich Paxton und Zinnia kennen. Paxton hat eine Erfindung gemacht, doch durch die Cloud ging er pleite. Zinnia hat einen besonderen Auftrag. 

Das Buch ist in Kapitel unterteilt, in denen es um Paxton und Zinnia geht, je in der dritten Person Singular. Lediglich Gibson Wells macht da eine Ausnahme, er berichtet in der Ich-Form. 

Der Autor Rob Hart will uns, so glaube ich, noch mal darauf hinweisen, welchen Raubbau wir begehen. Wer weiß, vielleicht kann er einige von uns wachrütteln. - Zugleich weist er uns auf die immer größer werdende Schere zwischen arm und reich hin (s. Widmung und Erklärung dazu im Nachwort).

Der Roman lässt sich gut lesen. Allein wegen seiner Botschaft ist er schon eine Empfehlung wert. Er ist unterhaltsam und man kann sich - wenn auch widerwillig und empört - in alles hineinversetzen.

Das Buch erscheint ab 02. September 2019 bei Heyne. Es soll verfilmt werden.

Harald Kaup - 2014 A.D. - Black Eye (I) - Die Anfänge

Ein Muss für jeden SF-Freund


Menschen verschwinden. Es sind zufällig Menschen, denen es nicht gut ging oder die gesucht wurden oder .. oder ..

Doch sie sind nicht nur verschwunden, sie wurden entführt von den GENUI, die dies nicht aus Menschenfreundlichkeit getan haben. Nein, sie brauchen Menschen, weil sie eine seit 500 Jahren existierende Kolonie gegen Angriffe schützen wollen. Die GENUI selbst sind leider Pazifisten und können das nicht. 


Die GENUI sind beheimatet in der Black-Eye-Galaxie, 24 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Die beiden Außerirdischen haben Jan Eggert als Kapitän des Raumschiffes, zumindest ab der Zeit, wenn sie selbst wieder zu Hause sind, vorgesehen. Nachzuvollziehen ist diese Entscheidung zwar nicht, schließlich war er, bis er an Bord kam, ein Alkoholiker, der sich aufgab. Doch die Außerirdischen wissen, was sie tun. Ihm zur Seite stehen seine Liebe Nina sowie ein bunt zusammengewürfeltes Team aus Fachleuten, die ebenfalls über längere Zeit von den GENUI ausgesucht wurden.

Es macht Freude, diesen kurzweiligen SF-Roman zu lesen. Die Handlung ist - zumindest für mich als SF-Fan - nachvollziehbar. "Denkende" Roboter, eine KI, all das macht es auch Jan Eggert leicht, seine Aufgaben zu übernehmen. 

Besonders gut finde ich die Art des Autoren, die Besatzung zu beschreiben, spricht er z.B. einmal von Jan, so folgt garantiert beim nächsten Mal "Eggert". Das macht es dem Lesenden leichter, die Personen auseinander zu halten bzw. die Vor- und Nachnamen zuzuordnen. Das geschieht auf diese Weise bei allen Protagonisten, die mir übrigens sämtlich sehr sympathisch sind.

Alles in allem: Harald Kaup hat mit "2014 A.D. - Black Eye I - Die Anfänge" einen tollen SF-Roman geschrieben, dem noch Band II und III sowie 2015 A.D. - Black Eye IV folgt. Anschließend beginnt die Neuland-Saga mit 2120 A.D. - Neuland.

Man kann sich also auf viel Lesevergnügen freuen!

Veröffentlicht wurde der Roman im NOEL-Verlag.

Brienne Brahm - Pfad des Schicksals - Wille des Orakels I

Malerische Phantasiewelten


Das Cover ist grün, grüne Weinblätter umranken ein goldenes, verschnörkeltes Tor. Ein junger Mann geht hindurch in gleißende Helligkeit.
In goldenen Lettern ist darunter der Titel des Romans zu lesen: Pfad des Schicksals I - WILLE  DES  ORAKELS - Ganz oben in kursiver Schrift der Name der Autorin Brienne Brahm.

In den Waldlanden leben die Hazo, ein bescheidenes Volk, das mit der Natur lebt. Es ernährt sämtlich vergetarisch, nichts, was ein schlagendes Herz besessen hat, käme ihnen als Nahrung in Frage. Sie richten sich nach den Gesetzen der Baumgeister. 

Es ist soweit. Iray, ein Bewohner der Waldlande, hat den wichtigsten Tag seines Lebens erreicht. Heute wird das Orakel zu ihm sprechen. Das Wasser im See beherbergt das Orakel, das allen Waldländern an ihrem 22. Geburtstag ihre entsprechenden Aufgaben zuweist. Der Spruch für Iray ist leider nicht leicht zu entschlüsseln. Das Dorf feiert ein Fest zu Ehren seines wichtigsten Tages. Die Älteste der Waldlanden, Tzara Tarehy (übersetzt "schöne Gesandte") erklärt ihm den Orakelspruch am Ende der Geburtstagsfeier.

Iray muss die Waldlande verlassen und sämtliche Länder kennenlernen, um zu finden, was er sucht. Sehr sehr geheimnisvoll, das muss doch alles einen Grund haben, er weiß doch gar nicht, was er sucht!   ...  Gott sei Dank muss er nicht alleine los, alle Waldländer haben einen tierischen Gefährten, bei Iray ist es Vorona, ein kluger Vogel. 

In diesem Roman besucht Iray ein anderes Land - leider endet der Roman danach. Doch es geht weiter, das darf ich verraten.

Ich habe selten einen so anschaulichen, bildhaften Roman gelesen - wie illustrierte Worte, einmalig! Allein durch diese wunderbare Sprache, derer sich die Autorin bedient, wird das Lesen ein Erlebnis. Und ein Tipp, lest den Roman langsam, genießt die Handlung. Wunderbar, man kann sich alles herrlich vorstellen!

Cover und Umschlaggestaltung: Julia Seitsch & Phantasmal Image. Covergrafiken und Innengrafiken: Shutterstock.

Brienne Brahm veröffentlichte ihren Roman 2019 bei Gedankenreich Verlag

Anke Höhl-Kayser - Königssee

Es lauert Schauriges auf jeder Seite


Als ich das Buch "Königssee" erstmals zur Hand nahm, dachte ich mir erst mal nichts dabei, auf dem Cover selbigen abgebildet zu sehen. Bekannterweise ist er ein Gebirgssee im Berchtesgardener Land. Ein wunderschönes Foto ziert das Cover, die Sonne trifft gerade noch auf die Gebirgsspitzen. Nachdem ich die erste schaurige Geschichte gelesen habe, musste ich mir das Bild noch einmal ansehen, da war doch was?! Jetzt kann ich es nicht mehr unvoreingenommen betrachten. 

Die Autorin Anke Höhl-Kayser nimmt den Leser mit in mystische Welten. Wir erleben sieben Frauen, die die Grenzen überschreiten, ohne es zu wollen und wir müssen ohnmächtig zusehen. Wir denken und ahnen, was kommt, können nichts tun. 

Die sieben unabhängigen Kurzgeschichten sind aus der Sicht der Hauptfiguren geschrieben, so erleben wir alles mit. Wir fühlen mit den Protagonistinnen, wie sie in dem Studel gefangen sind. Eins kann ich euch verraten, alles geht anders aus, als ihr denkt!

Anke Höhl-Kayser verfügt über die Macht, durch ihre Wortwahl und den unterschwelligen Spannungsaufbau den Leser bis zum Ende der einzelnen Geschichten zu fesseln. Sie bringt uns durch den flüssigen Schreibstil dazu, voll in die Geschichten einzutauchen und im Nachhinein die einzelnen Geschichten weiterzuspinnen. 

Vereinzelt haben die Stories das Zeug, verfilmt zu werden. 

Ich empfehle empfindlichen Gemütern, diese Stories nicht vor dem Schlafen zu lesen! - Ich bewundere die Autorin für ihre Phantasie. Hut ab! - Ich hätte gerne noch mehr dieser Geschichten gelesen.

Das Buch hat sie selbst bei Books on Demand - BoD - veröffentlicht. Ich kann es sehr empfehlen.

Franka Bloom - Anfang Sommer, alles offen

Flucht aus dem Alltagseinerlei


Caro reicht es. 20 Jahre Urlaub an der Ostsee, Ehe eingefahren, Tochter erwachsen. Jetzt ist sie mal dran. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin will sie mit Ende 40 ihre Jugend nachholen. Sie machen "Interrail". Was macht es da schon aus, dass ihre Tochter und die Tochter ihrer Freundin das gleiche vorhaben. Hauptsache ist doch, sich nicht in die Quere zu kommen. Ihr Mann mault zwar erst, aber dann ist er überraschenderweise damit einverstanden; nicht dass ihr das was ausgemacht hätte, wenn es nicht so gewesen wäre.

Die Route ist rasch festgelegt und die Unterkünfte gebucht. Natürlich geht auf so einer Fahrt nicht alles problemlos über die Bühne, zumal sie noch nie mit ihrer Freundin über so lange Zeit auf so engem Raum zusammen war. Caro und Matti werden auf harte Proben gestellt. Und dann trifft Caro auch noch ihre Jugendliebe wieder! Na, wenn das mal nicht geplant war ...


Franka Bloom schafft es, uns mit Caro zu freuen. Aber wir nehmen auch an ihren Sorgen um ihre Tochter und ihren Mann teil - ähm, was macht eigentlich immer die Nachbarin am Telefon, wenn sie ihn an der Ostsee anruft?

Kurzweilig hat die Autorin diesen Roman "Anfang Sommer, alles offen" geschrieben, so kurzweilig, wie es die Interrail-Reise ist, ob man will oder nicht. Die Protagonisten Caro und Matti kann man ins Herz schließen, auch wenn alles mehr oder weniger aus Caros Sicht geschildert ist. Wer eine nette, fröhliche Unterhaltung sucht, ist hier richtig.

Der Roman erscheint bei rororo.

Natalie Schauer - Totenbett

Shame and scandal in the family (Shawn Elliot)

"Nie war Svetlana glücklicher als in jenen Tagen, bevor sie ermordet wurde. In einem leidenschaftlichen Rausch verbringt der Baulöwe Anton Beck die Nacht seines Lebens mit seiner zukünftigen Schwiegertochter Svetlana. Doch nach diesem Tabubruch kommt es noch schlimmer: am nächsten Morgen liegt Svetlana tot in seinem Bett – ermordet mit unzähligen Messerstichen.  ...". (amazon)
  
Svetlana ist eine bildschöne Frau, die bei Peter die zärtliche Zuneigung bekommt, die sie nie kennenlernte. Peter, ein Sohn aus reichem Haus, will sie heiraten und sie sagt ja. Seinen Eltern ist sie nicht die Traumfrau für ihren Sohn, doch sie stimmen zu.
Dann passiert etwas, dass nie passieren durfte - und nichts ist mehr wie es war! 

Natalie Schauer hat einen Thriller geschrieben, der von Anfang bis Ende spannend ist. 
Der Roman scheucht den Leser Seite um Seite, Kapitel um Kapitel bis zum bitteren Ende, mit dem keiner rechnet. Man ist dabei, man bringt von Anfang an Gefühle mit in fast jedes Kapitel des Buches, von Abscheu, Freude über Leiden, Genugtuung bis Trauer. Die Autorin hat nichts ausgelassen. Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet. Einerseits ist der Thriller schnell ausgelesen, man hätte auch einen längeren Roman um dieses Thema schreiben können. Doch andererseits kann dadurch auch vieles zerstört werden. Bei Filmen ist es ähnlich, es gibt welche, bei denen reichen 50 Minuten, 90 Minuten wären viel zu lang.

Zusammenfassend muss ich sagen, toll Natalie Schauer! 

Chris Adel - Noola und der Walmenschling (Die Ballade vom Pottwal und dem Riesenkalmar 1)

Mit viel Phantasie geschrieben Das Cover ist ganz in Braun gehalten, man sieht ein grobes Gesicht, den Namen des Autors und den Titel &q...