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Anna Neunsiegel - Goulard Saga 3

Es wird immer spannender


Im dritten Teil der Goulard Saga lässt uns Anna Neunsiegel wieder an der richtigen Stelle mit offenen Fragen zurück. Vor allem zittern wir mit Eonie um ihr Leben. Ja, soweit ist es schon, man trachtet ihr nach demselben.

Doch als erstes zeigt die Autorin für Leser, die erst jetzt einsteigen, einen kurzen Zeitraffer über die Ereignisse der ersten beiden Teile auf.

Neu im 3. Teil: Eonie und ihr Verhältnis zu den Weinsteins ändert sich, wie, das wird hier nicht verraten. Allerdings kann ich eines versprechen, das Verhältnis zu ihrem Vater wird viel, viel schlechter. Hinzu kommen neue Gestalten, die dem Mädchen nicht geheuer sind. Zu Recht!!

Man kann hier nicht viel schreiben, ohne zu spoilern. Eins sei gesagt, in diesen 135 Seiten ist so viel Fantasy und Spannung untergebracht, dass ich den 4. Teil kaum noch erwarten kann.

Andreas Lukas - Die ungleichen Gleichen

Darüber macht sich niemand Gedanken, oder?


Zwei Fremde in einer fremden Umgebung - sie kennen niemanden, sie sind einsam. Das Schlimmste ist, sie sind zeitgleich in der Vergangenheit und an einem anderen Ort. Sie können sich nicht trennen von ihrer Heimat. Doch sie müssen! Das Schicksal hat es genau so vorgesehen.

Dario ist ein Flüchtling aus einem Kriegsgebiet, in dem Amerikaner und Russen gegen Terroristen kämpfen. Er ist gegen den Willen seiner Großmutter, zu der er ein ganz tolles Verhältnis hat, nach Deutschland gekommen. Hier lernt er jetzt Deutsch und kann sich recht schnell verständigen. Allerdings ist er noch zu schüchtern, um auf Menschen zuzugehen. - Auch hat er den Kopf noch zu voll mit den Kriegsereignissen, die er erlebte und er weiß nicht, was mit seiner Familie zu Hause ist.


Ann-Kathrin kommt aus einer ländlichen Gegend in dieselbe Stadt, um zu studieren. Auch sie hat ein wunderbares Verhältnis zu ihrem Großvater, der bei ihr den nicht mehr vorhandenen Vater ersetzt. So unterhält sie sich in Gedanken oft mit ihm, wenn sie Rat braucht, aber oft schleicht er sich auch so in ihre Gedankenwelt.

Die beiden jungen Menschen fühlen sich noch ziemlich verloren in der Stadt. Doch sie lieben das gleiche Café und lernen sich kennen.

Andreas Lukas hat sich eines schweren Themas angenommen. Gerade in der heutigen Zeit wird sehr viel pauschalisiert und über einen Kamm geschoren. Junge Menschen sind damit vielleicht noch nicht so schnell bei der Hand. Das ließe hoffen.

Diese Geschichte kann genau so passieren, ist vielleicht auch genauso passiert. Wir wissen alle, wie sehr wir geprägt sind durch unsere Vergangenheit. Doch wie schlimm ist es, sich erst im Jetzt und kurz darauf in der Heimat zu befinden, sei es auch nur in Gedanken. Doch vielleicht gibt es eine Zukunft für die beiden Protagonisten. Ich hoffe auch, sie können mit den schlimmen Gedanken gemeinsam besser umgehen.

Der Autor Andreas Lukas hat eine ruhige Art, uns durch diesen Roman zu führen. Das heißt nicht, dass es an irgendeiner Stelle langweilig wird. Im Gegenteil, ich konnte kaum erwarten, wie es weiter geht. Seine Sprache ist stimmig und angenehm klar. Er beschreibt die beiden jungen Menschen und ihre Gefühle, als sei er dabei gewesen - was er im gewissen Sinne ja auch war.

Das Cover ist sehr ansprechend und bunt, die Profile der Menschen darauf passen zum Inhalt.

Ich danke dem Verlag Spica. Ich freue mich, dass ich dieses Buch lesen und rezensieren durfte.

Pia Hepke - Wintermagie ~ Schneeflockenküsse und Sternenstaub

Eine wunderbare Weihnachtsgeschichte


Wer das Cover von "Wintermagie - Schneeflockenküsse und Sternenstaub" von weitem sieht, fühlt sich mit Sicherheit schon befleißigt, das Buch in die Hand zu nehmen. Marie Graßhoff, die das Cover gemacht hat, hat sich selbst übertroffen. Auf blauem Grund sieht man Sterne, Sternschnuppen und Schneeflocken, dazwischen einen Mann, eine Frau und einen aufmerksamen Hund. Die Schrift ist goldfarben.

Susann, die Hauptperson,  hat eine ganz schlimme Erfahrung machen müssen. Kurz vor der Hochzeit hat sich ihr Partner aus dem Staub gemacht. Alles war vorbereitet. Jetzt war alles für die Katz. Ihr Geld ist auch futsch. Sie ist mehr als untröstlich, ihr Herz gebrochen. Gott sei Dank hat sie eine Familie, die für sie da ist und sie auffängt. Mit dieser möchte sie die Zeit bis und über Weihnachten in einer Waldhütte in den Bergen verbringen und hofft, sich dabei wieder zu regenerieren. 


Doch es kommt anders: ein Fremder steht vor der Tür und begehrt Einlass. Wie es aussieht, wurde die Hütte doppelt verpachtet. Susann hat die schlimmsten Vorstellungen, sei es, dass der Fremde Nikolas ein Verbrecher ist, der bei ihnen Unterschlupf sucht, SIE jedenfalls traut ihm nicht über den Weg. Soll die ganze geplante Erholung jetzt hin sein? Susi jedenfalls verlässt die Hütte nicht mehr ohne ihre geliebte Huskyhündin Jodie.  ...  Mich machte stutzig, dass die Eltern und Lydia, Susanns Schwester, ihn so ohne Weiteres akzeptieren. Deshalb dachte ich erst, sie hätten die Finger im Spiel. Doch weit gefehlt. 

Pia Hepke hat sämtliche Charaktere wunderbar dargestellt. Die Protagonisten könnte ich persönlich kennen. Ihre Eltern, ihre Schwester Lydia, die eine ganz tolle Freundin ist und natürlich auch die Hauptperson Susi selbst, wer kennt sie nicht? Die Autorin hat einen wunderbaren und flüssigen Schreibstil, sie hat es geschafft, ein Buch für die jungen Erwachsenen und auch für ältere zu schreiben, denn wer mag nicht ein wenig Wintermagie. Leider ist das Buch viel zu schnell ausgelesen. Doch wir müssen uns mit Susann gemeinsam abfinden: Schneeflockenküsse und Sternenstaub gibt es nur begrenzte Zeit. 

Das Buch ist aus Susanns Sicht in der ich-Form in 19 Kapiteln geschrieben.

Ich danke Pia Hepke für die Zurverfügungstellung des e-Books, die keine Auswirkung auf meine Rezension hat. Das Buch ist als Taschenbuch und e-Book erhaltlich. Eine wunderbare Arbeit.

Luke Allnutt - Der Himmel gehört uns

Ein erschütterndes Schicksal


Es gibt Menschen, die haben das Glück und finden die einzige Person, die zu ihnen passt. So ergeht es Rob, er findet seine große Liebe Anna während des Studiums. Sie heiraten. 

Die beiden können unterschiedlicher nicht sein. Anna möchte alles geordnet und geplant haben, so auch in ihrem Beruf, sie ist nach dem Studium Wirtschaftsprüferin. Rob dagegen ist ein typischer Nerd (Computerfreak), der seine Träume für seine Programme noch ausleben muss. Doch auch er hat beruflich ganz großes Glück. 

Alles scheint vollkommen. Anna und Rob sind nicht nur ein glückliches Ehepaar, sie sind auch die besten Freunde. Sie gehen durch dick und dünn, und ihre Liebe wird belohnt. Doch dann ziehen dunkle Wolken auf.



Erst dachte ich, ich werde jetzt  eine zweite "Lovestory" lesen, doch weit gefehlt! Als Leser geht man durch ein Wechselbad der Gefühle. Ich möchte  NIEMALS  mit den beiden tauschen müssen! 

Dieses Buch ist unbeschreiblich emotional aus der Sicht Robs in der Ich-Form geschrieben. Es lässt sich wunderbar lesen und man kann sich sehr gut in alles hineinversetzen. Die Handlung verlässt einen nicht, wenn man das Buch einmal aus der Hand legt. So ging es mir, ich nahm die Handlung mit in den nächsten Tag und konnte nicht erwarten, weiter zu lesen.

Es ist kaum vorstellbar, dass der Autor nicht alles genau so erlebt hat.

Luke Allnutt, gebürtiger Brite, lebt in Prag. Er hat ein hervorragendes Buch geschrieben und ich war sehr froh zu lesen, dass mit ihm und seiner Familie aktuell alles in Ordnung ist. Er bekommt vom mir die Höchstpunktzahl.

Das Buch erscheint im Verlag blanvalet, z.Z. broschiert und als e-Book. Es wurde übersetzt von Veronika Dünninger.

Lilian Kim - Die Tochter des Pianisten

In ständiger Bedrohung leben


Die japanische Musikerin Yasumo geht mit ihrem amerikanischen Mann 1987 am Strand von Niigata spazieren. Sie wollen sich über ihren Umzug nach Amerika unterhalten. Plötzlich werden beide auf ein Schiff entführt. Alles ist sehr bedrohlich, allerdings scheint sich ihr Ehemann rasch mit den Gegebenheiten abzufinden.

Damit beginnt ein schreckliches Martyrium für die junge Frau. Sie wird in die Demokratische Republik Korea entführt, umgangssprachlich Nordkorea genannt. Sie merkt sehr schnell, dass die sogenannte Demokratie nur ein Aushängeschild ist. Es leben viele entführte Menschen hier und müssen springen, wie es das Regime wünscht. Hier wird jede menschliche Regung unterdrückt und viele der Entführten werden erpresst und handeln nach dem Willen des Regimes, weil sonst ihre Familienangehörigen darunter leiden müssten. 

Yasumo lernt kaum Menschen kennen, die normal leben. Alle scheinen Angst zu haben. Sie selbst wurde entführt, um die Nordkoreaner in Sprache und Kultur der Japaner zu unterrichten. Sie erfährt erst sehr spät, dass sie Terroristen ausbildet. Doch was soll sie tun, ohne ihr eigenes Leben zu riskieren?



Ihren Mann Jake sieht sie kaum. Sie glaubt, er hat die ganze Sache mit eingefädelt. Als sie verzweifelt und zum Allerschlimmsten entschlossen ist, wird sie von einem Mann zurückgehalten, von dem sie es nicht erwartet hätte. Er sorgt dafür, dass sie für ihre Tat nicht in ein Lager kommt.

Über diese furchtbare Zeit von 1987-1988 schreibt Lilian Kim in 20 Kapiteln. Sie hätte sehr gut ein ganzes Buch darüber schreiben können, dann hätte man die Ängste, die die Protagonisten empfinden, noch besser nachvollziehen können. 

So hat sie jedoch die Zeit bis 2016 überbrückt und beschreibt die Endzwanzigerin Sarah, die Probleme mit ihren Adoptiveltern hat und sich mit ihrer besten Freundin auf die Suche nach ihren richtigen Eltern macht. Auch dieser 2. Teil des Buches, der weitere 20 Kapitel umfasst, hätte ein ganzes Buch gefüllt. Da die Autorin die einzelnen Protagonisten auch selbst berichten lässt, was uns aus der Zeit zwischen 1988 und 2016 fehlt, ist alles schön abgerundet. 

Der Roman "Die Tochter des Pianisten" ist ein mitreissendes Buch über Hoffnung - und dass man niemals aufgeben sollte. Lilian Kim schreibt sehr abwechslungsreich und spannend. Sie hat eine wunderbare Sprache und ich habe alles vor mir sehen können. Insbesondere mit Sarah habe ich gelitten. Mit dem Ende hätte ich niemals gerechnet, da war ich wohl etwas langsam.

Bernhard Aichner - Bösland

Ein perfides Spiel um Schuld


Bernhard Aichner beschreibt in seinem Roman "Bösland", dass ein kleiner Junge an seinem 10. Geburtstag 1984 seinen erhängten Vater auf dem Dachboden findet. Es ist sein verhasster Vater, der ihn immer dorthin ins Bösland zitierte und ihn aufs Schlimmste verprügelte, ob er nun etwas getan hatte oder nicht. Ben, der kleine Junge, ist fasziniert von seinem dort baumelnden Vater und - erleichtert, gar glücklich. Dann feiert er erst mal mit seinem Freund Kux, Sohn des angesehenen Dorfarztes, der gar nicht mit ihm, dem Sohn des Trinkers verkehren darf, seinen Geburtstag. Jetzt hat er ja einen doppelten Grund.

Als Ben 13 Jahre alt ist, wird er auf eben jenem Dachboden neben der Leiche eines Mädchens gefunden. Er ist blutbesudelt. Man nimmt ihn mit. Für ganz lange Zeit spricht er nicht. Er kommt in die Psychiatrie. Niemand besucht ihn. Irgendwie lebt er mit seiner Schuld, kann er sich doch an nichts erinnern. 

Noch nach 30 Jahren gräbt er mit fachlicher Hilfe in seiner Vergangenheit. Er sucht die Stätte seiner Kindheit auf und findet seinen Freund Kux wieder. Alles läuft seinen Gang, bis ein weiterer Mord geschieht!

Bernhard Aichner versteht es, seine Leser mitzunehmen. Ein Teil seiner Kapitel sind Dialoge. Durch die Kürze der Kapitel hält er die Spannung sehr hoch. Es ist schon schlimm, wie viel Bosheit in einem kleinen Jungen steckt und sich anschließend weiterentwickeln kann. 

Die Protagonisten sind sämtlich sehr gut beschrieben, ich kann mich in sie hineinversetzen. Andererseits muss ich mich schütteln vor der Abgebrühtheit mancher Menschen. Aber ich bin überzeugt, dass es genau solche gibt. 

Dieses Buch macht von Anfang an neugierig und wird immer spannender. Ein guter Roman ist hier gelungen. Ich freu mich auf den nächsten.

Das Buch erscheint im Verlag btb/Random House.

Peter Starck - KHA • DER ANFANG

Ein starkes Stück Steinzeit


Vor 33.000 Jahren: Der zehnjährige Kha folgt seiner älteren Freundin Oa, die davor flüchtet, dem hässlichen Schamanen zu dienen. Sie verlässt den Klan und Kha möchte seine heißgeliebte und vertraute Oa nicht ohne Schutz ziehen lassen. Sie ziehen hinaus in die unbekannte Welt, die viele Gefahren für die beiden bereit hält. Gott sei Dank ist Oa in vielen Dingen bewandert und kann sie erst mal vor Bösem beschützen und ernähren. Das soll sich ändern, bald schon treffen sie auf unbekannte Menschen, die ihnen nicht gut gesonnen sind.

Kha lernt viel auf seiner fünf Jahre dauernden Wanderschaft. Er lernt unterschiedliche sonderbare wie auch gefährliche Menschen kennen. Für ihn steht an erster Stelle das Überleben, an zweiter Stelle jedoch, in Höhlen zu malen. Durch das Malen können die Tiergötter um ihren Schutz angerufen werden. 

Seine Reise stärkt ihn, er kehrt nach Hause zurück und kann den Daheimgebliebenen, die nicht damit rechnen, dass er überlebt hat, viel berichten. Doch die größte Gefahr erwartet ihn noch.

Peter Starck hat einen tollen Roman geschrieben, als sei er selbst in der Steinzeit dabei gewesen. Besonders Oa hat mir gut gefallen, so eine kluge junge Frau, die jagen kann und weiß, wie man Sprachen lernt - soweit das mit den Fremden möglich ist. Kha wiederum hat von Oa gelernt.

Das Ende des Romans lässt hoffen, dass es ein weiteres Buch mit Kha geben wird. Mich würde das sehr freuen.

Peter Starck hat einen flüssigen Schreibstil. Ich mochte das Buch nicht aus der Hand legen. Es gibt Spannungswellen: Ist mal wieder für einige Zeit Ruhe eingekehrt, wird es urplötzlich für die Protagonisten äußerst eng. Ich habe mit Oa und Kha gelitten und auf das Beste gehofft. - Mit dem Ende habe ich nicht rechnen können.

Peter Starck hat sich viele Gedanken über das Leben in der Steinzeit gemacht. Auch ich bin jetzt klüger als zuvor. Warum soll nicht alles so gewesen sein?

Das in 15 Kapitel unterteilte Buch mit 343 Seiten wurde im Verlag tredition veröffentlicht.

Anna Neunsiegel - Goulard Saga 3

Es wird immer spannender Im dritten Teil der Goulard Saga lässt uns Anna Neunsiegel wieder an der richtigen Stelle mit offenen Fragen zu...