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Eve Chase - Die Schwestern von Applecote Manor

Geheimnisvolle packende Familiengeschichte



Das Cover zeigt ein altes Herrenhaus umgeben von einem Park. Es muss für Kinder herrlich sein, hier aufzuwachsen. 

Die vier Geschwister Flora, Pam, Margot und Dot verbringen ihren Sommer bei Tante und Onkel auf dem Lande, auf Applecote Manor. Ihre kapriziöse Mutter ist dem Ruf an eine Stelle im Sekretariat des Konsuls in Marrakesch gefolgt. Die Mädchen freuen sich sehr auf diesen Sommer 1959, den sie nun nicht in Chelsea, London verbringen müssen.

Margot wird uns alles über ihre Erlebnisse hier auf Applecote Manor erzählen. Auch, dass die Stimmung im Haus bei ihrem Eintreffen sehr gedrückt ist. Sie erkennen ihre Tante kaum wieder, die immer Scherze auf den Lippen hatte. Das alles hat einen Grund: Ihre Cousine Audrey verschwand hier von jetzt auf gleich vor fünf Jahren. Die Mädchen nehmen sich vor, das Geheimnis um ihre Cousine zu lüften.
Da sie eine zusammengeschweisste Gemeinschaft sind, schaffen sie es als erstes, die Tante und den Onkel aufzuheitern. 

50 Jahre später: Jessie, die den Witwer Bill geheiratet hat, ist mit ihm auf der Suche nach einem Haus auf dem Land. Sie verliebt sich umgehend in Applecote Manor. In dieses Haus muss allerdings viel Geld gesteckt werden. Auch hat Bill immer eine lange Fahrtzeit zu seiner eigenen Firma vor sich. 
Aber ihr gemeinsames Ziel ist es, Bills Tochter gewissen Einflüssen zu entziehen, deshalb kaufen sie das Haus. Bella ist in der Pubertät und lehnt Bills neue Frau Jessie absolut ab, ja sie scheint sie zu hassen. Den Unfalltod ihrer Mutter Mandy hat sie auch noch nicht verwunden. Ihre kleine Schwester Romy, die gemeinsame Tochter von Jessie und Bill, verachtet sie offensichtlich. Sie macht es Jessie auch hier kein bisschen leichter, an sie heranzukommen. Gleich ganz zu Anfang weist sie darauf hin, dass mit dem Haus etwas nicht stimmt. Ob das Ablehnung ist oder Empathie?
Die Zeit ab dem Einzug erzählt uns Jessie.

Dies ist mein erstes Buch von Eve Chase. Sie schreibt flüssig und steigert die unterschwellige Spannung langsam aber stetig. Ich kann mich in beide Zeiten, 1959 und 2009 gut hineinversetzen. Alle Charaktere, insbesondere Margot und Jessie, die Erzählerinnen, sind sehr gut beschrieben. Ich möchte sie hier nicht näher beschreiben, sonst spoiler ich. 

Als ich das Buch aus der Hand legte, hatte ich eine Gänsehaut. Ein Roman, von dem man sagen kann: der Kreis schließt sich.

Der Roman wurde übersetzt von Carolin Müller. Umschlagsmotiv © Evelina Kremsdorf/Trevillion Images

Das Buch wurde veröffentlicht bei Blanvalet Verlag, in derVerlagsgruppe Random House GmbH, München.


Zur Autorin Eve Chase:

Eve Chase ist das Pseudonym einer jungen Journalistin, die im UK für mehrere Maganzine und Zeitungen geschrieben hat, bevor sie sich als Autor profilierte.
Sie lebt in Oxfordshire und fühlt sich am wohlsten, wenn sie in ihrem Schuppen im Garten sitzt und schreiben kann. Es ist ihr kleiner Raum, der sie inspiriert und in dem sie ihre Phantasien und Geschichten erlebt.
Sie liebt das rasante Erzähltempo, so dass ihr die Worte sozusagen auf der Zunge tanzen.
Eve Chase ist verheiratet und hat drei Kinder. Außerdem ist sie Hundehalterin. Zum Ausgleich betreibt sie Yoga.
Sie hat ein obsessives Verhältnis zum Garten und wühlt gern mit den Händen in der Erde, ohne den sprachlichen Teil ihres Gehirns einzuschalten.
Eve Chase wollte schon immer über Familien schreiben – solche, die fast untergehen aber irgendwie doch überleben – und über große, alte Häuser, in denen Familiengeheimnisse und nicht erzählte Geschichten in den bröckelnden Steinmauern weiterleben.

Tania Krätschmar - Die Rückkehr der Apfelfrauen

Ein Roman für Naturfreunde


Wie der Titel schon andeutet, gibt es zu diesem Buch schon einen Vorläufer. "Eva und die Apfelfrauen" muss man aber nicht gelesen haben, um in diesen Roman einzusteigen. Es geht um fünf Freundinnen und einen Apfelhof, in dem es sehr viele verschiedene Apfelsorten gibt. Der Apfelhof gehört den Freundinnen, er wird jedoch bewohnt und verwaltet von einer weiteren Frau namens Dani. 

Danis Partner gewinnt eine Reise für zwei Personen zur Chinesischen Mauer. Einen Haken gibt es dabei: die Reise muss umgehend angetreten werden. Aber es ist mitten in der Apfelernte. Hinzu kommt, dass Wannsee touristisch erschlossen werden soll und Dani einen Antrag auf ein Apfelbaumhotel gestellt hat. Die Freundinnen halten natürlich zusammen und reisen gemeinsam nach Wannsee, um den Hof vor Besichtigung der zuständigen Kommission herzurichten. 

Doch was erleben sie dort? Gegenüber will ein eingebildeter Lackaffe ein Spielcasino errichten! Ob nun noch alles gut geht? 

Außerdem lernen sie einen Naturburschen kennen, der sie bittet, im Apfelgarten zelten zu dürfen. Als Gegenleistung hilft er ihnen bei der Arbeit. Aber so ganz koscher erschient ihnen dieser auch nicht. 

Die anstehende Arbeit, die erledigt werden muss, bis die zuständige Kommission erscheint: Das Fallobst liegt "meterhoch" zwischen den Reihen und muss aussortiert werden. Die schlechten Äpfel wandern auf den Kompost. Mit den besseren und den frisch gepflückten Äpfeln wird gekocht und gebacken. Zusätzlich wird Saft hergestellt.

Tania Krätschmars Roman kommt für meine Begriffe erst langsam auf Touren. Doch dann setzt sich ihre flüssige Feder durch. Ich kann mir alle fünf Freundinnen gut vorstellen, ob sie nun zickig sind oder liebevoll miteinander umgehen. Sie sind, wie es sich für Freunde gehört, füreinander da. Allerdings wurde es mir etwas zuviel mit den Mahlzeiten. An jedem Tag etwas mit Äpfeln, manchmal sogar mittags und abends, nein, da wäre ich laufen gegangen. Obwohl, die Rezepte hören sich sehr gut an. So sind im Anhang auch gleich fünf Rezepte abgedruckt.

Ich denke, dies ist ein Frauenroman für Menschen, die gerne etwas über Bäume allgemein und Apfelbäume im Besonderen lernen möchten. Ich wußte auch nicht, wie viele Sorten von Äpfeln es gibt. 

Der Roman erscheint im Verlag blanvalet.



Zur Autorin Tania Krätschmar:

Tanja Kraetschmar wurde 1960 in Berlin geboren.
Sie machte zunächst eine Berufsausbildung zur Buchhändlerin. Daran schloss sie ein Studium der Germanistik an, zunächst in Berlin und später dann in Florida und New York in den Vereinigten Staaten.
Sie arbeitete als Bookscout in Manhattan und lebte ein Jahr in den Niederlanden. Ende der Achtziger, kurz vor dem Mauerfall, kehrte sie dann nach Berlin zurück.
Seit dem schreibt sie Bücher. Ihre Werke werden vorwiegend als Liebesromane gelistet.
Tania Krätschmar hatte zeitweise eine Second-Hand Botique und machte einen beruflichen Ausflug in die Bio-Landwirtschaft.
Heute arbeitet sie als Autorin, Texterin und Übersetzerin. Sie hat einen Sohn und lebt in Berlin.
Ihr Roman "Seerosensommer" wurde für das ZDF verfilmt.
Krätschmar ist seit 2009 Mitglied der "DELIA - Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautoren und -autorinnen".

Karin Slaughter - Ein Teil von ihr

Ein Thriller, den man mit in den nächsten Tag nimmt



Das Cover ist blau, es zeigt u.a. ein zerkratztes Frauenfoto. Es macht auf jeden Fall neugierig.

Karin Slaughters Roman "Ein Teil von ihr" geht an die Grenzen. Andrea ist mit ihrer Mutter zu ihrem 31. Geburtstag in einem großen Center zum Essen. Von jetzt auf gleich ändert sich ihr gesamtes Leben. Bei einer Schießerei schützt Laura ihre Tochter, indem sie sich direkt vor den Täter stellt und ein Messer mit der Hand abfängt. Dieses Messer, das durch den Handrücken herauskommt, wird zur Verteidigungswaffe. Andreas Mutter bringt den Angreifer damit um. Laura kommt schwerverletzt ins Krankenhaus. Sie wird operiert und lässt sich schnell wieder entlassen.

Dieser Vorfall aus dem Center wird immer und immer wieder im TV gezeigt. Ein Anwesender hat alles gefilmt.

Laura schickt ihre Tochter fort. Sie ist nicht wiederzuerkennen, so kalt ist sie Andrea gegenüber. Sie scheucht sie mit aller Gewalt fort, weil sie schon lange gesucht und verfolgt wird. Das weiß Andy aber nicht. Ihre Tochter kann nicht ahnen, wer diese Frau wirklich ist. Sie folgt der Anordnung ihrer Mutter, doch sie kommt dem Geheimnis um deren wahre Identität auf die Spur. Ihr gesamtes Leben scheint auf einer Lüge aufgebaut zu sein. 

Durch ihre Neugier bringt Andy nicht nur ihre Mutter in allergrößte Gefahr. 

Der Roman wird in zwei Zeiten erzählt. 1986: Ein charismatischer Mann vermag eine Menge Menschen um sich zu versammeln und zu manipulieren. 2018: die oben genannte Schießerei und der Beginn vom Ende. 
Es mag einige stören, dass die Zeit in 1986 sehr ausführlich beschrieben wurde. Aber wir müssen ja auch verstehen, weshalb alles so gekommen ist. Die Vergangenheit wird aus der Sicht von Andys Mutter berichtet. Die Neuzeit erfahren wir aus Andys Sicht, die ja von der Vergangenheit nichts weiß.

Karin Slaughter hat wieder einmal einen superspannenden Thriller geschrieben. Durch den Wechsel zwischen den Zeiten wird er immer spannender. Ihre bekannt flüssige Sprache lässt die Seiten dahinfliegen. Ich habe jede einzelne Zeile genossen. 

Das Cover mit dem zerkratzte Frauenfoto weist m.E. 
darauf darauf hin, wie sich Andreas Bild von ihrer sanften Mutter immer mehr verändert. 

Karin Slaughter hat zwei passende Zitate von Emily Dickinson ins Buch eingefügt. Sie sind aus Emily Dickinson, Sämtliche Gedichte, mit Genehmigung des Carl Hanser Verlags erfolgt.

Der Roman wurde veröffentlicht bei HarperCollins.

Original erschienen bei: William Morrow, New York
Veröffentlicht bei HarperCollins Publishers



Zur Autorin Karin Slaughter:

Karin Slaughter wurde am 06. Januar 1971 in Atlanta Georgia, USA, geboren.

Sie wuchs in einer Kleinstadt in Georgia auf, bevor es sie in die Geburtsstadt und Hauptstadt Atlanta hinzog. Ihre Eltern ließen sich scheiden und Karin wuchs bei ihrem Vater auf. Die Erziehung, so berichtet sie, übernahm die zweite Frau des Vaters, die Bankkauffrau war.

Dort, wo sie aufwuchs, war die Kriminalitätsrate recht hoch und vor allem Kapitalverbrechen führten die Statistik an.

Ihren Lebensunterhalt verdiente sie mit einer Werbeagentur, bevor sie sich ganz auf das Schreiben konzentrierte.

Ihre Romane spiegeln die Eindrücke aus ihrem Leben wider und sind von brutaler Authentizität. Kennzeichnend für die Kriminalromane der Autorin war von Beginn an die Beschreibung brutalster Handlungen, wie z. B. Folterungen der Opfer, Kindesmissbrauch.

Ihre Bücher waren zunächst vor allem in Großbritannien erfolgreich, bevor sie den Durchbruch weltweit schaffte. Mit weit über 30 Millionen Büchern in 32 Sprachen gehört Karin Slaughter heute zu den erfolgreichsten AutorInnen weltweit.

Auf ihren Leserreisen nach Europa besucht sie auch regelmäßig Deutschland. Auf ihrer Homepage (blanvalet) ist ein Livestream von 2014 zu finden.

Brita Rose Billert - INDIAN COWBOY - Die Nacht der Wölfe -

Freundschaft und Loyalität über alles


Ryan Black Hawk ist ein 16-jähriger Lakota-Indianer. Rauschgift und Alkohol spornen ihn an bei illegalen Autorennen. Die Frauen liegen ihm zu Füßen. Als zwei Freunde ihn zuhause "abstellen", vollgedröhnt wie er ist, versteht es sein Vater, ihm diese Angewohnheiten umgehend abzugewöhnen. Seine Freunde dagegen verunglücken tödlich. Ryan bemüht sich von Stund an, bei seinem Vater sein Gesicht wieder zu gewinnen. Alkohol und Rauschmittel rührt er niemals wieder an.

Er hilft auf der Pferderanch seines Vaters, soweit er kann. Doch es sieht schlecht aus. Seine Mutter wird krank, die Kosten für das Krankenhaus und die Medizin gehen bis an die Grenzen. Damit sein Vater die Pferde nicht verkaufen muss, verdingt er sich als Cowboy bei einem weißen Mann. Dort wird er ausgenutzt und über den Tisch gezogen. 

Er teilt seinem Vater mit, dass er sich zum Erhalt der Ranch für seine Familie - Großmutter, Eltern, zwei Brüder und sich selbst - bei der US Army melden wird. Dieser warnt ihn, war er doch selbst in Vietnam und kann diese Kämpfe nicht vergessen. Doch er lässt sich nicht abhalten und verlässt das Reservat.

Ryan tritt 18-jährig in die Army ein. Er beginnt seine Grundausbildung in der Ellsworth Airforce Base der US Army. Er lernt einen wirklich guten Freund kennen und achten. Er ist richtig gut als Soldat und seine Vorgesetzten setzen auf ihn. Das passt den wenigsten, insbesondere weil er ein Indianer ist. Zuhause lässt er sich nur noch selten sehen.

Man lebt und bangt mit Ryan. Seine Großmutter, der Medizinmann und Ryan selbst haben die Gabe zu träumen. Ryan kann die Träume noch nicht deuten, doch die alten Indianer geben ihm Hilfestellung.

Die Autorin Brita Rose-Billert hat einen so tollen Abenteuerroman geschrieben, der spannend von der ersten bis zur letzten Seite ist. Sie zeigt die Probleme, die die Ureinwohner Amerikas mit den Weißen haben - und vor allem umgekehrt. Die Charaktere sind super herausgearbeitet. Ich bin jetzt schon ganz gespannt auf den nächsten Teil, denn dankenswerter Weise zeigt uns die Autorin, dass es einen zweiten Teil gibt. Sonst wäre ich auch ganz enttäuscht vom Ende.

"Indian Cowboy  -  Die Nacht der Wölfe" lässt sich flüssig lesen und hat das Zeug dazu, ganz groß rauszukommen. 
Der Roman ist ab dem Teenageralter bis zum Alter gut zu lesen. Er wird von mir mit der höchsten Benotung versehen.

Das Cover ist versehen mit einem jagenden Wolf im Schnee über der Fahne der Vereinigten Staaten von Amerika. Es wurde von Robert Billert entworfen.

Der Roman wurde veröffentlicht bei BoD Books on Demand, Norderstedt.



Zur Autorin Brita Rose-Billert

Brita Rose-Billert wurde 1966 in Erfurt/Thüringen geboren. Ihre Schulzeit und ihre Kindheit verbrachte sie in dem winzigen Städtchen Clingen im Kyffhäuserkreis im nördlichen Thüringen.
Als Kind faszinierten sie das Indianerspielen und hier vor allem die Pferde. Ihre Fantasien hierzu brachte sie in Kurzgeschichten zu Papier. Auch ihre Aufsätze zeugten bezüglich der Überlänge von Britas reger Fantasie.
Nach der Schulzeit absolvierte sie von 1983 bis 1986 ein medizinisches Fachschulstudium an der Medizinischen Akademie in Erfurt mit dem Abschluss zur Krankenschwester. Nach mehreren berufsspezifischen Weiterbildungsmaßnahmen ist sie heute als freiberufliche Fachschwester für Intensivpflege und Beatmung (ISB) überregional im Einsatz.
Dem landschaftlich wunderschönen Kyffhäuserkreis ist sie treu geblieben. Sie wohnt heute mit ihrer Familie in Greußen, einer Kleinstadt, die allerdings mit ihren knapp 4.000 Einwohnern die "größte Stadt" im Verwaltungsbezirk ist. Natürlich gehört ein Pferd zur Familie und das Reiten wird groß geschrieben.
Die Faszination für Pferde setzte sich bei ihr von der Kindheit an fort und so besuchte sie nach der "Wende" mehrere Indianerreservate im Norden der USA und in Kanada, wobei sie bleibende Freundschaften schloss. Hier gewann sie einen Teil ihrer Anregungen für ihre späteren Romane,

Ingar Johnsrud - Der Bote

Ein Roman, der dem Leser alles abverlangt



Das Cover macht neugierig, ein Holzhaus im eisigen Winter - dieses ist im Roman beschrieben. 

Mit "Der Bote" schreibt Ingar Johnsrud den zweiten Thriller um den Ermittler Fredrik Beier. Der Roman ist gut lesbar, ohne das erste Buch "Der Hirte" zu kennen.

Kafa Iqbal, die seit einem halben Jahr bei der Osloer Kriminalpolizei tätig ist, übernimmt ihren ersten eigenen Fall als leitende Ermittlerin. In der Villa einer alten Witwe wird die Leiche eines Mannes gefunden. Der Mann ist noch nicht lange tot. Man stellt fest, dass er Axel Thrane und damit der Sohn der Besitzerin ist. Aber dieser ist offiziell bereits vor 20 Jahren verstorben. Von der Witwe, der die Villa gehört, fehlt jede Spur.

In einem Abwasserkanal wird am anderen Ende der Stadt eine weitere Leiche gefunden. Der Mann wurde vor seinem Tod schwerstens gefoltert. Hauptkommissar Fredrik Beier und sein Kollege Andreas stellen bald fest, dass die beiden Leichen eine gemeinsame Vergangenheit haben. Diese reicht bis zum Fall der Sowjetunion zurück. Allerdings wird die Lösung des Falls erschwert. Wer hat heute noch diese Verbindungen, dass Unterlagen verschwinden?

Ingar Johnsrud lässt uns Leser immer wieder zwischendurch an einer Militäraktion 1992 teilhaben. Fünf Soldaten an der russischen Grenze - und eine tödliche Waffe, die existiert, aber nicht existieren darf.

Fredrik Beier ist ein guter Kriminalbeamter, der frisch aus dem Krankenhaus entlassen ist und dem einige Zeit fehlt. Er kann sich einfach nicht erinnern. Er muss starke Medikamente nehmen. Süchtig? Das darf der Leser entscheiden. Der Hauptkommissar ist hin- und hergerissen zwischen Exfrau, Lebensgefährtin, Sohn - letzterer lebt bei ihm und seiner Lebensgefährtin. Hinzu kommen Gefühle zu Kafa, seiner Kollegin, mit der er jetzt wieder einmal zusammenarbeitet. Sie gibt ihm persönliche Hilfestellung, als er sich von den anderen beiden Frauen gegängelt fühlt.

Das Buch ist ein starker Thriller, der Spionageroman und Krimi in sich vereint. Die zwei Handlungsstränge haben erst mal nichts miteinander zu tun. Deshalb habe ich so manches Mal zurückblättern müssen. Man muss sich sehr konzentrieren.  Doch wenn der Zusammenhang klar ist, kann man nicht schnell genug lesen. Die Spannung steigt - man wird atemlos. Bis zur allerletzten Überraschung auf der letzten Seite. 

Das Buch wurde übersetzt von Daniela Stilzebach und veröffentlicht im Verlag blanvalet.

Der dritte Roman von Ingar Johnsrud um den Ermittler Fredrik Beier ist noch nicht auf dem deutschen Markt erschienen.



Zum Autor Ingar Johnsrud: 

Ingar Johnsrud wurde 1974 in Oslo geboren und wuchs im norwegischen Holmestrand auf. Homestrand ist eine kleine Gemeinde und liegt ca 70 Kilometer südlich der Hauptstadt.
Er studierte Film- und Medienwissenschaften und begann seine Karriere als Lokaljournalist bei einer Holmestrander Zeitung. Später wechselte er zum NRK, dem Norwegischen Öffentlichen Rundfunk.
Danach war er im Ressort Politik beim größten Norwegischen Medienkonzern (VR Verdens Gang). Seit 2016 ist er freier Journalist und Autor.
Im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit berichtete er unter anderem als Stockholm Korrespondent über den Mordfall der schwedischen Außenministerin Anna Lindh und den Knutby-Fall, der sich im Umfeld einer Sekte abspielte. Hiervon hat er ansatzweise Teile in seinem Buch "Der Hirte" verarbeitet.
Johnsrud ist verheiratet und hat 3 Söhne. Er lebt seit geraumer Zeit in Oslo.
Die Fredrik-Beier-Trilogie beginnt mit "Der Hirte". Der zweite Band "Der Bote" wird hier behandelt. Der dritte ist in Arbeit.

Joanna Martin - Deine Stimme in meinen Träumen

Ein Roman um verpasste Möglichkeiten


Christiane zieht zurück in ihre Heimatstadt Schutzingen. Hier möchte sie nicht nur ihrer Großmutter, die im Altenheim ist, nahe sein. Auch ihr Freund Stefan wohnt in dieser Kleinstadt. Sie sehnt sich nach Sicherheit, die sie bei ihm finden wird. Sie selbst wird schnell eine Anstellung in einer Bank finden, da hat sie keine Zweifel.

Obwohl Chrissie ein Zahlenmensch ist, ist sie leicht chaotisch. Das liegt wohl an ihrer Mutter, die ihr Leben stets lebt, wie sie will. Aus diesem Grund wuchs Christiane auch überwiegend bei ihrer Oma auf.

Ihr Freund Stefan ist dagegen ein ganz anderer Mensch. Seine Wohnung sieht aus wie ein Schaufenster, jedes Teil hat seinen Platz. Als Chrissie ihn besucht, wagt er es sogar, ihr einen Tintenklecks mit Spucke aus dem Gesicht zu wischen. (Igitt! - Anm. von mir)

Bevor sie freudestrahlend ihre Großmutter Elisabeth im Heim besuchen kann, erhält sie den Anruf, diese sei verstorben. Christiane ist untröstlich, hat sie sie doch über alles geliebt. - Nach der Beerdigung, auf der sie sich für ihre Mutter fremdschämt, weil diese ein Indianerlied mit Trommeln aufführt und Werbung für ihre Schwitzhütten-Zeremonien macht, erhält sie einen Brief ihrer Oma.

Sie soll deren letzten Wunsch erfüllen. Sie findet einen Stapel Liebesbriefe. Diese sind allerdings nicht an ihren bereits verstorbenen Opa gerichtet, sondern an einen fremden Mann. Dieser Mann soll die Briefe nun erhalten. Sollte er tot sein, möge Chrissie sie doch auf sein Grab legen. Sie lässt alles stehen und liegen und fliegt nach Kanada, um den eindringlichen Wunsch ihrer Oma zu erfüllen.

Eine Reise ohne absehbares Ende beginnt. Während dieser Reise lernt sie Robert kennen. Er ist der Enkel von Wilhelm, der großen Liebe ihrer Oma. Auch sich selbst sieht sie plötzlich mit ganz anderen Augen.

Die Geschichte ist flüssig zu lesen. Zeitlich erleben wir die Liebe von Elisabeth und Wilhelm von Beginn an über den Nachlass der Briefe, und wir erleben noch Überraschungen.

Wer sich wundert, dass Chrissies eigene Geschichte etwas vorhersehbar ist, sollte nicht vergessen, dass es um Elisabeth und Wilhelm geht! Chrissie ist ein Mensch, der sich gut in andere hineinversetzen kann, es dauert sie, dass diese Liebe sich nicht so erfüllen konnte. Sie merkt, dass sie selbst sich sehr viel nach anderen richtet. Ob sie sich ändert?

Joanna Martin ist eine tolle Autorin, sie beschreibt die wunderbare Natur Kanadas, man merkt, dass sie dort nicht nur im Urlaub war, sondern auch zwei Jahre in Kanada lebte.

Dieser nette, kurze Urlaubsroman erscheint im FeuerWerkeVerlag. Ich denke, wir sollten sie anspornen, weiter zu schreiben.


Zur Autorin Joanna Martin:

Joanna Martin ist eine echte Schwäbin und in Trossingen am Rande des Schwarzwaldes geboren und aufgewachsen.
Die Ambivalenz jeder Jugend ließ sie zunächst mit 17 Jahren ein Schauspielstudium aufnehmen und abschließen, obwohl sie bereits als Kind Schriftstellerin werden wollte.
Da die Kunst oft eine brotlose werden kann, machte sie dann, nach kleinen Rollen und etlichen Castings sicherheitshalber eine "g´scheide" (O-Ton) Ausbildung zur Restaurantfachfrau.
2013 kehrte sie dem Ländle den Rücken und ging nach Yukon in den Westen Kanadas. Sie verdingte sich als Journalistin und studierte kreatives Schreiben. Sie schrieb ihre eigene Kolumne für What’s up Yukon, KonLit (Yukon Literature), und Reiseartikel für verschiedene Deutsche Zeitungen (Schwarzwälder Bote, 360° Kanada).
Seit 2016 engagiert sie sich unter ihrem bürgerlichen Namen ELKE REINAUER in Namibia. Informationen dazu findet man unter https://www.creabuntu.de




Galax Acheronian - Die Gefühle der Anderen

Ein ganz tolles und spannendes Jugendbuch, das im Jahr 1973 spielt



Stellt euch vor, ihr könnt die Gefühle anderer Menschen empfinden. So ergeht es unserem 16-jährigen Freund Justin. Es ist ganz schlimm. Wenn jemand sich freut, geht es ja noch, dann freut Justin sich auch. Aber wehe, der andere hat Angst! Und wenn derjenige aggressiv ist, wird Justin auch aggressiv. - 

Seine Eltern und die Ärzte denken, er sei schwer erkrankt. Doch ein Aufenthalt in einer Nervenheilanstalt ändert nichts an seinen Empfindungen. Nach seiner Entlassung zieht die Familie im Oktober 1973 aus Boston in die Provinz. Hier sei der Junge nicht so vielen Einflüssen ausgesetzt, denken alle und setzen den Umzug als letzte Therapie ein.

Aber es stimmt. Justin fühlt nun mal, was andere fühlen. Er hat Angst vor der neuen Schule. Doch als er sich neben seinen neuen Banknachbarn setzt, merkt er, dass er diesen als seinen "Schild" benutzen kann. So sind die Einflüsse seiner Klassenkameraden nicht mehr ganz so schlimm....

Plötzlich geschehen an der Schule unerklärliche Dinge, ein Mädchen rennt schreiend weg und Justin bekommt eine geballte Ladung Angst zu spüren.

Mit seinem Banknachbarn Koryo, einem japanisch-chinesischen Jungen, entwickelt sich sehr schnell eine enge und tiefe Freundschaft. Seine Eltern freut dies sehr. Sie hätten nicht gedacht, dass Justin hier so schnell Fuss fasst.

Gemeinsam mit Koryo macht sich Justin auf die Suche nach der Ursache der Vorkommnisse in der Schule. Sie entdecken ein 30 Jahre altes Geheimnis, das sie an ihrem Verstand zweifeln lässt.

Kann der Empath dabei helfen, dass wieder Ruhe in die Schule einkehrt? - Der Roman wird, je weiter man liest, immer spannender und spitzt sich bis zur Lösung des Geheimnisses absolut zu. Atemberaubend!

Galax Acheronian hat eine wunderbare bildliche Sprache. Ich kann während des Lesens hören, wie Blätter fallen und friere mit ihm auf dem Rad. Alle Gefühle, die Justin empfängt, empfängt der Leser ebenso. 

Das Buch ist ein Jugendrodrama, das Mystik und Fantasie genügend Platz lässt. Es ist aber auch für Erwachsene geeignet, die sich dazu nicht zu alt fühlen und ein wenig ihr Herz öffnen.

Das Cover zeigt graphisch eine Schule und im Vordergrund zwei Jungen.

Es weist darauf hin, dass das Buch gruselig sein könnte. Dieses Cover regt zum Kauf an.

Es erscheint im Hybrid Verlag. Ich kann es voll und ganz empfehlen.



Zum Autor Galax Acheronian:

Galax Acheronian wurde vor einiger Zeit geboren (eigene Aussage) und ist Maler, Grafiker, Schriftsteller und vor allem Pedant.
Er begann bereits in jungen Jahren, sich künstlerisch zu betätigen und hatte wohl auch vielfältiges Talent. Geschichten schrieb er bereits auf, als er gerade den Stift halten konnte - mit 8 Jahren. Er las Geschichten und Comics, die aber oft nicht nach seinem Gusto endeten, so dass er sich den Schluss oft alternativ selbst ausdachte. 
2009 begann er mit dem Schreiben von Kurzgeschichten, Novellen und Coverarts, von denen er auch einige vor allem in Anthologien veröffentlichte.
Anfang 2017 erschien sein erster Roman, der zweite wurde 2018 vom „Hybrid Verlag“ herausgebracht. Parallel dazu erschien - in vier Episoden gesplittet - sein Roman "Demeter", eine Auskopplung aus der Reihe "Koloniewelten".
Den Namen Galax benutzt er bereits seit 20 Jahren immer und überall. Er weiß, dass er sich damit möglicherweise selbst Hürden aufbaut. Es scheint ihm aber gleich zu sein. "Mein Name" ist eben kein Pseudonym!
Mit "Die Gefühle der Anderen" hat Galax Acheronian jedenfalls einen "Knaller" gelandet. Es sollen noch viele folgen.

Anna Neunsiegel - Goulard Saga



Es wird immer spannender

Im dritten Teil der Goulard Saga lässt uns Anna Neunsiegel wieder an der richtigen Stelle mit offenen Fragen zurück. Vor allem zittern wir mit Eonie um ihr Leben. Ja, soweit ist es schon, man trachtet ihr nach demselben.


Doch als erstes zeigt die Autorin für Leser, die erst jetzt einsteigen, einen kurzen Zeitraffer über die Ereignisse der ersten beiden Teile auf.

Neu im 3. Teil: Eonie und ihr Verhältnis zu den Weinsteins ändert sich, wie, das wird hier nicht verraten. Allerdings kann ich eines versprechen, das Verhältnis zu ihrem Vater wird viel, viel schlechter. Hinzu kommen neue Gestalten, die dem Mädchen nicht geheuer sind. Zu Recht!!

Man kann hier nicht viel schreiben, ohne zu spoilern. Eins sei gesagt, in diesen 135 Seiten ist so viel Fantasy und Spannung untergebracht, dass ich den 4. Teil kaum noch erwarten kann.



Zur Autorin Anna Neunsiegel:

Anna Neunsiegel ist ein Pseudonym der 1987 in Straubing geborenen Autorin.
Sie lebt im Rheinland und schreibt überwiegend Märchen- und Fantasybücher, sowie Kurzgeschichten. Ihre Werke sind in der Bandbreite von märchenhaft, zauberhaft bis schaurig düster angesiedelt.
2016 veröffentlichte sie dann ihre ersten Werke. Es folgte ihr Debütroman "Krähenglut". Es ist der erste Teil der düsteren Fantasyserie "Goulard Saga".
Die Goulard Saga ist inzwischen auf 4 Folgen angewachsen. Goulard-Saga
Neunsiegel sieht sich selbst noch als Küken in der Autorenwelt und am Anfang ihrer Profession als freie Autorin.

Andreas Lukas - Die ungleichen Gleichen

Darüber macht sich niemand Gedanken, oder?


Zwei Fremde in einer fremden Umgebung - sie kennen niemanden, sie sind einsam. Das Schlimmste ist, sie sind zeitgleich in der Vergangenheit und an einem anderen Ort. Sie können sich nicht trennen von ihrer Heimat. Doch sie müssen! Das Schicksal hat es genau so vorgesehen.

Dario ist ein Flüchtling aus einem Kriegsgebiet, in dem Amerikaner und Russen gegen Terroristen kämpfen. Er ist gegen den Willen seiner Großmutter, zu der er ein ganz tolles Verhältnis hat, nach Deutschland gekommen. Hier lernt er jetzt Deutsch und kann sich recht schnell verständigen. Allerdings ist er noch zu schüchtern, um auf Menschen zuzugehen. - Auch hat er den Kopf noch zu voll mit den Kriegsereignissen, die er erlebte und er weiß nicht, was mit seiner Familie zu Hause ist.

Ann-Kathrin kommt aus einer ländlichen Gegend in dieselbe Stadt, um zu studieren. Auch sie hat ein wunderbares Verhältnis zu ihrem Großvater, der bei ihr den nicht mehr vorhandenen Vater ersetzt. So unterhält sie sich in Gedanken oft mit ihm, wenn sie Rat braucht, aber oft schleicht er sich auch so in ihre Gedankenwelt.

Die beiden jungen Menschen fühlen sich noch ziemlich verloren in der Stadt. Doch sie lieben das gleiche Café und lernen sich kennen.

Andreas Lukas hat sich eines schweren Themas angenommen. Gerade in der heutigen Zeit wird sehr viel pauschalisiert und über einen Kamm geschert. Junge Menschen sind damit vielleicht noch nicht so schnell bei der Hand. Das ließe hoffen.

Diese Geschichte kann genau so passieren, ist vielleicht auch genauso passiert. Wir wissen alle, wie sehr wir geprägt sind durch unsere Vergangenheit. Aber wie schlimm ist es, sich erst im Jetzt und kurz darauf in der Heimat zu befinden, sei es auch nur in Gedanken. Doch vielleicht gibt es eine Zukunft für die beiden Protagonisten. Ich hoffe auch, sie können mit den schlimmen Gedanken gemeinsam besser umgehen.

Der Autor Andreas Lukas hat eine ruhige Art, uns durch diesen Roman zu führen. Das heißt nicht, dass es an irgendeiner Stelle langweilig wird. Im Gegenteil, ich konnte kaum erwarten, wie es weiter geht. Seine Sprache ist stimmig und angenehm klar. Er beschreibt die beiden jungen Menschen und ihre Gefühle, als sei er dabei gewesen - was er im gewissen Sinne ja auch war.

Das Cover ist sehr ansprechend und bunt, die Profile der Menschen darauf passen zum Inhalt.

Ich danke dem Verlag Spica. Ich freue mich, dass ich dieses Buch lesen und rezensieren durfte.


Zum Autor Andreas Lukas:

Andreas Lukas ist in der Nähe der französichen Grenze im Saarland geboren und aufgewachsen.
Nach seiner Schulzeit ebenda studierte er an der Universität Saarbrücken Politikwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften. Er ist Diplom-Kaufmann und promovierte 1985 mit dem Dissertations-Thema "Regionale Wirtschaftsgemeinschaften im internationalen System" mit magna cum laude.
Seine beruflichen Staionen (Quelle Dr. Lukas): Chefredakteur und Programmchef beim Wirtschaftsverlag Gabler in Wiesbaden, Leiter des Unternehmensbereichs Publizistik (Prokurist) beim Deutschen Sparkassenverlag in Stuttgart, Verlagsleiter des FAZ-Buchverlags (Handlungsbevollmächtigter), Geschäftsführer einer Kommunikations- und PR-Plattform von Unternehmen für Unternehmen, Chefredakteur eines PR- und Lifestyle-Magazins.
Dr. Andreas Lukas ist Mitglied in verschiedenen Gremien und Verbänden und hat bereits einen Namen als Fachbuchautor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen.

Pia Hepke - Wintermagie ~ Schneeflockenküsse und Sternenstaub

Eine wunderbare Weihnachtsgeschichte



Wer das Cover von "Wintermagie - Schneeflockenküsse und Sternenstaub" von weitem sieht, fühlt sich mit Sicherheit schon befleißigt, das Buch in die Hand zu nehmen. Marie Graßhoff, die das Cover gemacht hat, hat sich selbst übertroffen. Auf blauem Grund sieht man Sterne, Sternschnuppen und Schneeflocken, dazwischen einen Mann, eine Frau und einen aufmerksamen Hund. Die Schrift ist goldfarben.

Susann, die Hauptperson,  hat eine ganz schlimme Erfahrung machen müssen. Kurz vor der Hochzeit hat sich ihr Partner aus dem Staub gemacht. Alles war vorbereitet. Jetzt war alles für die Katz. Ihr Geld ist auch futsch. Sie ist mehr als untröstlich, ihr Herz gebrochen. Gott sei Dank hat sie eine Familie, die für sie da ist und sie auffängt. Mit dieser möchte sie die Zeit bis und über Weihnachten in einer Waldhütte in den Bergen verbringen und hofft, sich dabei wieder zu regenerieren. 

Doch es kommt anders: ein Fremder steht vor der Tür und begehrt Einlass. Wie es aussieht, wurde die Hütte doppelt verpachtet. Susann hat die schlimmsten Vorstellungen, sei es, dass der Fremde Nikolas ein Verbrecher ist, der bei ihnen Unterschlupf sucht, SIE jedenfalls traut ihm nicht über den Weg. Soll die ganze geplante Erholung jetzt hin sein? Susi jedenfalls verlässt die Hütte nicht mehr ohne ihre geliebte Huskyhündin Jodie.  ...  Mich machte stutzig, dass die Eltern und Lydia, Susanns Schwester, ihn so ohne Weiteres akzeptieren. Deshalb dachte ich erst, sie hätten die Finger im Spiel. Doch weit gefehlt. 

Pia Hepke hat sämtliche Charaktere wunderbar dargestellt. Die Protagonisten könnte ich persönlich kennen. Ihre Eltern, ihre Schwester Lydia, die eine ganz tolle Freundin ist und natürlich auch die Hauptperson Susi selbst, wer kennt sie nicht? Die Autorin hat einen wunderbaren und flüssigen Schreibstil, sie hat es geschafft, ein Buch für die jungen Erwachsenen und auch für ältere zu schreiben, denn wer mag nicht ein wenig Wintermagie. Leider ist das Buch viel zu schnell ausgelesen. Doch wir müssen uns mit Susann gemeinsam abfinden: Schneeflockenküsse und Sternenstaub gibt es nur begrenzte Zeit. 

Das Buch ist aus Susanns Sicht in der ich-Form in 19 Kapiteln geschrieben.

Ich danke Pia Hepke für die Zurverfügungstellung des e-Books, die keine Auswirkung auf meine Rezension hat. Das Buch ist als Taschenbuch und e-Book erhaltlich. Eine wunderbare Arbeit.



Zur Autorin Pia Hepke:

Pia Hepke wurde 1992 in Oldenburg i.O. geboren. Sie lebt mit ihrer kleinen Islandpferdeherde und ihrer Australian Shepherd Hündin Amber in Wardenburg im Nordwesten des Naturparks Wildeshauser Geest südlich der Stadt Oldenburg.
Wie viele Schriftsteller, so hat auch Pia das Lesen von Büchern immer schon begeistert. Sie hatte eine angeregte Phantasie und brachte auch bereits früh ihre Kopferlebnisse zu Papier. 
Was sie bereits mit 15 Jahren literarisch gebar, entwickelte sich und reifte schließlich zu ihrem ersten Roman heran.
Pia liebt ihre kleinen Pferde und verbringt viel Zeit mit ihnen und der Hundedame. Sie liebt die Ruhe und die idyllische Landschaft in ihrer Heimat und bildet diese auch gerne nicht nur mit Worten, sondern auch mit dem Pinsel ab. Das Malen ist ihre zweite Leidenschaft. Die meisten ihrer Geschichten hat sie selbst illustriert.
Pia bringt in ihren Romanen alle Arten von Fantasywesen unter und sie sprudelt voller Ideen.

Luke Allnutt - Der Himmel gehört uns

Ein erschütterndes Schicksal



Es gibt Menschen, die haben das Glück und finden die einzige Person, die zu ihnen passt. So ergeht es im Roman "Der Himmel gehört uns - von Luke Allnutt" Rob, er findet seine große Liebe Anna während des Studiums. Sie heiraten. 

Die beiden können unterschiedlicher nicht sein. Anna möchte alles geordnet und geplant haben, so auch in ihrem Beruf, sie ist nach dem Studium Wirtschaftsprüferin. Rob dagegen ist ein typischer Nerd (Computerfreak), der seine Träume für seine Programme noch ausleben muss. Doch auch er hat beruflich ganz großes Glück. 

Alles scheint vollkommen. Anna und Rob sind nicht nur ein glückliches Ehepaar, sie sind auch die besten Freunde. Sie gehen durch dick und dünn, und ihre Liebe wird belohnt. Doch dann ziehen dunkle Wolken auf.

Erst dachte ich, ich werde jetzt  eine zweite "Lovestory" lesen, doch weit gefehlt! Als Leser geht man durch ein Wechselbad der Gefühle. Ich möchte  NIEMALS  mit den beiden tauschen müssen! 

Dieses Buch ist unbeschreiblich emotional aus der Sicht Robs in der Ich-Form geschrieben. Es lässt sich wunderbar lesen und man kann sich sehr gut in alles hineinversetzen. Die Handlung verlässt einen nicht, wenn man das Buch einmal aus der Hand legt. So ging es mir, ich nahm die Handlung mit in den nächsten Tag und konnte nicht erwarten, weiter zu lesen.

Es ist kaum vorstellbar, dass der Autor nicht alles genau so erlebt hat.

Luke Allnutt, gebürtiger Brite, lebt in Prag. Er hat ein hervorragendes Buch geschrieben und ich war sehr froh zu lesen, dass mit ihm und seiner Familie aktuell alles in Ordnung ist. Er bekommt vom mir die Höchstpunktzahl.

Das Buch erscheint im Verlag blanvalet, z.Z. broschiert und als e-Book. Es wurde übersetzt von Veronika Dünninger.



Zum Autor Luke Allnut

Luke Allnutt ist in Großbritannien geboren und in Surrey, Südengland aufgewachsen.
Er studierte und arbeitete zunächst in Großbritannien. Seit 1998 lebt er in Prag und ist dort als Journalist tätig.
Im Herbst 2018 wurde sein Debütroman by Orion (U.K.) und Harlequin/HarperCollins (USA) publiziert. Inzwischen erscheint der Roman "Der Himmel gehört uns" in 30 Ländern rund um diese Erde.
Während er sich als Journalist überwiegend mit Technologien und politischen Themen Osteuropas befasst, hat er zwischendurch als Kindle-Single die Geschichte "Unspoken" verfasst, die den Tod und die Leiden seines Vaters aufgrund eines Hirntumors thematisiert.
Luke Allnutt ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und den beiden Söhnen in Prag.

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