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Klaus Witt - Der Seelenfänger von Capri

Die Liebe zu Capri spricht aus jeder Zeile



Klares Wasser, das Meer um die Insel Capri, schmückt das Cover. Oben in dunkelblau und ganz klein der Name des Autoren Klaus Witt. In geschwungener Schrift mittig und weiß der Titel "Der Seelenfänger von Capri" gleich darunter in kleiner weißer Druckschrift und zum Titel gehörend 'von Menschen und Tieren'. 

Klaus Witt ist gleich nach dem Abschluss des Studiums der Tiermedizin zu einem Urlaub auf seine Lieblingsinsel Capri aufgebrochen. Er reist in Begleitung seiner Mutter, die nicht mehr lange zu leben hat. Die beiden verbindet ein sehr inniges Verhältnis. Kaum in ihrem Hotel angekommen, lernen sie den Dottore kennen. Dieser ist der "Seelenfänger", nach dem das Buch benannt ist. Jeder mag ihn und für jeden ist es eine Ehre, ihn zu kennen und ihm einen Gefallen zu tun. Dabei ist er zwanglos, freundlich, fröhlich und immer für die Tiere da, aber auch für die Menschen, so zeigt er Klaus und seiner Mutter Lokale und Ecken auf der Insel, die Touristen sonst nicht zu Gesicht bekommen.

Der kleine Hund der Hotelbesitzer hat eine Krankheit, Parvovirose, die wohl nicht heilbar ist. Leider gibt es keinerlei Impfstoff. Der Dottore tut sein Bestes, es muss jedoch rund um die Uhr jemand bei dem Kleinen sein. Klaus Witt und seine Mutter folgen ihrem Herzen und übernehmen dies. Klaus' Mutter versucht es zusätzlich zur Medizin des Dottores mit einem Hausmittel.

Es ist wunderbar, durch den Autoren diese schöne Insel kennenzulernen. Besonders angetan haben es mir seine philosophischen Gedanken, die durch den ganzen Roman schweifen. Er bedient sich dabei auch der alten Philosophen, die es ihm angetan haben. Geht es doch dabei meist um die Verhältnisse der Menschen zu ihrer angenommenen Selbstverständlichkeit auf der Welt und zu den Tieren. Gibt es ein, zwei oder gar drei Klassen von Lebewesen? - Doch wird im Roman natürlich auch nicht das Zwischenmenschliche vernachlässigt.

Man kann nach dem Ende des Buches nicht sagen, hat Klaus Witt Tiermedizin oder Philosophie studiert? Na, ich denke, beides. Auf jeden Fall ist er ein Mensch, der offenen Auges durch das Leben geht. Ich würde mich immer sicher fühle, wenn ich ein Tier in seine Obhut gäbe.

Anzumerken ist noch, dass Klaus Witt tatsächlich Tierarzt ist. Also wird der Roman wohl ein Tatsachenbericht sein. Dann hat er durch den Dottore einen guten Start in sein Berufsleben bekommen. Toll!

Schlussendlich ist zu sagen, dass ich Capri schon durch ihn kennengelernt habe. Ich habe sowohl das Wasser als auch die Pflanzen gerochen, den Wind gespürt. Meine eh schon vorhandene Italien-Liebe hat dieses Buch nur vergrößern können. Sollte ich einmal nach Capri fahren, so weiß ich zumindest einiges, was ich vorher nicht wußte. Die Stellen, die ich aufsuchen sollte, bestimmte Lokale, Festlichkeiten auf der Piazza - und wer weiß, vielleicht kann mir ja jemand aus erster Hand etwas vom "Seelenfänger" erzählen.

Der Autor schreibt in verständlicher Art sehr unterhaltsam und auch spannend. Es macht Freude, diesen Roman zu lesen. Dieses Buch kann ich nur empfehlen. Es erschien im Verlag Komplett-Media - ISBN 978-3-8312-0404-5



Zum Autor Klaus Witt:

Klaus Witt wurde 1953 geboren.
Witt studierte u.a. Veterinärmedizin und wurde Tierarzt.
Seine Liebe zu Tieren begleitete ihn sein ganzes Leben und er ist mit Herz und Seele Tierarzt und möchte nichts anderes sein.
Seine zweite Liebe ist die wunderbare Inselwelt von Capri sowie seine tieferen Gedanken der Philospohie.
Seine ganz persönliche Lebensweisheit und Maxime ist: "Reich ist nicht der, der viel besitzt, sondern reich ist der, der viel gibt."
Quelle: verlag vlb

Marie LaCrosse - Das Weingut - Aufbruch in ein neues Leben

(K)ein Märchen


Das Cover dieses Buches zeigt wieder ein schloßähnliches Weingut vor einem arg bewölkten Himmel, die Weinberge sind grün und hängen voller Trauben. Sie sind von Büschen mit rosabarbenen Blüten gesäumt. Ganz oben lesen wir den Namen der Autorin Marie LaCrosse, darunter in dunkelrot "Das Weingut" im gleichen Schriftzug wie bereits vom ersten Teil, allerdings in rot - und darunter der Titel des 2. Teils "Aufbruch in ein neues Leben".

Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass dieses Buch nicht unabhängig zu lesen ist. Man sollte deshalb unbedingt mit dem ersten Teil von "Das Weingut" beginnen - was sich aber auf jeden Fall lohnt. Deshalb bitte dann auch nicht hier weiterlesen.

Nun war es also nichts mit der Liebesheirat zwischen dem Weingutssohn und dem Dienstmädchen Irene, wie wir alle dachten - na, so etwas gibt es ja auch nur im Märchen. Irene bringt ihren Sohn Fränzel im Andenken an seinen Vater in der Fremde zur Welt. Unter schwierigsten Umständen ernährt sie ihren Fränzel und sich durch schwerste Arbeit in einer der Stofffabriken. Sie lernt einen Mann kennen, der für die Rechte der Arbeiter kämpft und sie ebenfalls für diesen Kampf gewinnt. Auch für mehr?

Derweil kann ihr Verlobter Franz Gerban sich nicht erklären, weshalb seine Irene nicht auf ihn gewartet hat. Ist es, weil er ein Bein im Krieg verloren hat? Das kann Franz sich nun mal überhaupt nicht vorstellen. Da ihm niemand helfen kann bei seiner Suche, richtet er sich darauf ein, im Elsass auf dem heimischen Weingut mitzuarbeiten, zumal seine Mutter im Irrenhaus sich weigert, ihn zu sehen. Doch da gibt es auch noch politische Hindernisse.

Marie LaCrosse beschreibt sehr verständlich die politische Lage im Elsass Anfang der 1870er-Jahre. Letztendlich ist dieses Werk - so darf man es, denke ich, mit seinen über 600 Seiten nennen - noch viel zu kurz. Auf jeder Seite lebt man Irenes schweres Leben mit. Der Roman ist hauptsächlich aus ihrer Warte berichtet, an zweiter möchte ich Franz als Protagonisten nennen und erst dann seine Mutter, mit der ich sehr gelitten habe. Da ich Irene und Franz samt seiner Familie bereits kannte, fiel es mir nicht schwer, mich wieder in sie hineinzuversetzen.

Im September 2019 ist bereits ein dritter Teil dieser Familiensaga erschienen. Darüber bin ich sehr überrascht. Doch ich glaube wohl wirklich noch an Märchen. Ich freue mich darauf, den nächsten Teil lesen zu können, allein der fesselnde Schreibstil der Autorin macht mich wieder neugierig. 

Das Buch erschien beim Verlag Goldmann unter ISBN 978-3-442-20555-4 .




Zur Autorin Marie LaCross:

Marie Lacrosse löst ihr Pseudonym selbst auf. Sie heißt Marita Spang und hat unter ihrem Klarnamen bereits einige Bücher erfolgreich veröffentlicht.
Marita Spang wurde als Tochter zweier Geschichtslehrer 1959 in einem kleinen Dorf im Hunsrück geboren. Sie wuchs in der ältesten Stadt Deutschlands Augusta Treverorum, heute Trier auf. Sie studierte Psychologie und promovierte in diesem Fach.
Zunächst veröffentlichte sie nach ihrer Dissertation Fachtexte und wirkte an Fachbüchern mit. Aber bereits 2004 kam ihr erster Kriminalroman heraus. Unter dem Pseudonym Mara Blum erschien das Werk "Kinderjäger" in einer Auflage von 1.000 Exemplaren und fand begeisterte Leser.
Leider stellte der kleine Verlag seinen Betrieb ein und so dauerte es eine Zeitlang bis sie durch einen Spaziergang in der Eifel inspiriert die Idee zu "Hexenliebe" hatte. Es folgten weitere historische Romane, die an wahre Begebenheiten angelehnt waren.
Marita Spang ist Coach und Unternehmensberaterin. Sie lebt mit ihrem Mann auf einem Weingut. Das beflügelte sie dazu, eine Serie mit dem Leittitel "Das Weingut" unter dem Pseudonym Marie Lacrosse zu verfassen. Bislang sind zwei Titel erschienen: "In stürmischen Zeiten" erschien im Herbst 2018 und "Aufbruch in ein neues Leben" (erscheint am 15. April 2019).
Marita Spang/Marie Lacrosse ist mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Literaturpreis "Goldener HOMER".

Brita Rose-Billert - Indian Cowboy 3 - Der rote Mustang

Schnell wie ein Indianerpfeil



Das Cover zeigt wie schon die beiden vorangegangenen Romane im unteren Teil die amerikanische Flagge. Im oberen Teil sehen wir eine Straße und den Teil des Hecks eines roten Mustangs. Wer INDIAN COWBOY kennt, erkennt sofort, dass dies ein Buch aus der Reihe von Brita Rose-Billert ist.

Nachdem der Native Indianer Ryan Black Hawk aus dem Gefängnis entlassen wurde und von seiner großen Liebe Abschied genommen hat, fährt er zu seinem Freund Baxter zum Eagle Creek, Missouri. Dieser ist hier bei einem Rennstall als Mechaniker angestellt und kann ihm dort eine Stelle als Rennfahrer vermitteln. Und wir wissen ja, wenn Ryan etwas kann, dann ist es, mehr als wagemutig zu fahren. Zumal er ohne weitere Einkünfte seiner Familie im Reservat nicht helfen kann. Und wer weiß, vielleicht wird ja irgendwann doch noch etwas aus seinem Traum, den er dann im Reservat umsetzen kann. - Wie nicht anders zu erwarten, fährt er einen Sieg nach dem anderen ein. Dies ruft Neider auf den Plan - und nach gewisser Zeit kann der Rennstallbesitzer natürlich auch nicht mehr die Quoten hereinholen, an denen er anfangs durch den Neuen verdiente.

Ryan wird jedoch immer wieder von seinen Träumen heimgesucht, um die er viel gibt. Es ist sein Schuldbewußtsein, dass ihn zudem noch plagt, weil er seine Liebe Keshia nicht schützen konnte - aber auch etwas anderes.  

Doch dann kommt es zu einem Nachtrennen, bei dem Ryans Wagen sich überschlägt. Es ist fraglich, ob er es überlebt.

Brita Rose-Billert hat uns wie in den ersten zwei Indian-Cowboy-Romanen zuvor auch in "Der rote Mustang" das Fühlen und Denken der Lakota, insbesondere Ryans, nahe gebracht. Immer wieder freue ich mich darüber, dass dieser junge Mann die Freundschaft zu Baxter, die seit seiner Armyzeit besteht, innig pflegt. Er nennt ihn Bruder und auch Baxter sieht ihn als solchen an. Seiner Verantwortung zu seiner Familie, die mittlerweile größer geworden ist, geht er ebenso nicht aus dem Weg.

Dieser Roman ist nicht nur ein Abenteuerroman. Es geht auch um viel psychische Anstrengung, die Ryan unter seiner unbewegten Maske versteckt, denn es geht um Leben zwischen zwei Welten - die der Weißen und die der Natives-. Zugleich ist er auch eine Kriminalgeschichte. Die Autorin hat wie immer sehr einfühlsam das Leben um Ryan Black Hawk beschrieben. Der Roman ist einfach zu lesen und lässt den Leser nicht los.

Ich freue mich auf den 4. Band um Ryan Black Hawk. Hecetu - was bei uns 'amen' oder 'so sei es' heißt.



Zur Autorin Brita Rose-Billert:

Brita Rose-Billert wurde 1966 in Erfurt/Thüringen geboren. Ihre Schulzeit und ihre Kindheit verbrachte sie in dem winzigen Städtchen Clingen im Kyffhäuserkreis im nördlichen Thüringen.
Als Kind faszinierten sie das Indianerspielen und hier vor allem die Pferde. Ihre Fantasien hierzu brachte sie in Kurzgeschichten zu Papier. Auch ihre Aufsätze zeugten bezüglich der Überlänge von Britas reger Fantasie.
Nach der Schulzeit absolvierte sie von 1983 bis 1986 ein medizinisches Fachschulstudium an der Medizinischen Akademie in Erfurt mit dem Abschluss zur Krankenschwester. Nach mehreren berufsspezifischen Weiterbildungsmaßnahmen ist sie heute als freiberufliche Fachschwester für Intensivpflege und Beatmung (ISB) überregional im Einsatz.
Dem landschaftlich wunderschönen Kyffhäuserkreis ist sie treu geblieben. Sie wohnt heute mit ihrer Familie in Greußen, einer Kleinstadt, die allerdings mit ihren knapp 4.000 Einwohnern die "größte Stadt" im Verwaltungsbezirk ist. Natürlich gehört ein Pferd zur Familie und das Reiten wird groß geschrieben.
Die Faszination für Pferde setzte sich bei ihr von der Kindheit an fort und so besuchte sie nach der "Wende" mehrere Indianerreservate im Norden der USA und in Kanada, wobei sie bleibende Freundschaften schloss. Hier gewann sie einen Teil ihrer Anregungen für ihre späteren Romane

John List - Das Teufelskind

Ist Martin ein Mörder?



Der 21-jährige Abiturient Martin Kolke hatte mit 5 Jahren seine Eltern und seine kleine Schwester durch einen Unfall verloren. Bei der Familie Kolke fand er ein liebevolles Zuhause und eine Stiefschwester im Alter seiner leiblichen. Innerhalb der Familie gibt es offensichtlich keinerlei Schwierigkeiten, außer das in der letzten Zeit seine schulischen Leistungen nachgelassen haben.

Eines Tages erscheint er gehetzt und voller Blut beim LKA und zeigt sich an: "Ich habe meine Eltern umgebracht." Tatsächlich finden die Ermittler im elterlichen Haus Herrn und Frau Kolke in ihrem Blut liegend. Dennoch, etwas stimmt nicht.
Die Ermittler James Walker und Robert Jansen sind sich nicht so sicher, ob Martin diese Morde tatsächlich begangen hat. Kommissar Zufall in Form einer Uhr unterstützt sie in dieser Annahme.

Dem Autoren John List ist ein wegen der vielen Namen und Dialoge etwas zähflüssiger Kriminalfall aus der Feder geflossen. Jedoch wollte ich unbedingt wissen, weshalb Martin diese Tat begangen hat - und natürlich, ob er es auch tatsächlich war.

Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig und immer wieder ausschweifend. Zum Teil kam ich mir vor wie bei Edgar Wallace, der hat ja auch immer einen britischen Ermittler dabei gehabt, der sich gerne in seinem Besserwissen sonnte.

Ich habe den Roman als e-Book gelesen, denke jedoch, dass er schon wegen der vielen Dialoge als Hörbuch deutlich besser ist.

Das Cover ist weiß mit rot, so wie ein blutgetränktes Betttuch.



Zum Autor John List:

John List ist ein Thriller-Autor von dem bisher nichts bekannt ist. Auch in seinen, bis jetzt 4 veröffentlichten Büchern wird nicht auf den Autor eingegangen.

Charlotte Kliemann - Die Zeit der vergessenen Kinder

Ein Zeugnis unverarbeiteter Traumata



Charlotte Kliemann führt uns an zwei Menschen heran, die in ihrer Kindheit Unvorstellbares erlebten und sich per Zufall kennenlernen.
Martin ist Journalist, er hat einen Bruder, der Wohnungen entrümpelt. In einer Wohnung findet er einen Laptop, auf dem sich in einer Datei die Lebensgeschichte einer jungen Frau befindet. Er schickt den Laptop an Martin. Diesen fesselt der Inhalt der Datei so sehr, dass er die Verfasserin Claudia kennenlernen möchte. Das klappt leider nicht.

Daraufhin verarbeitet er in einem Buch seine eigene Vergangenheit. Das Buch wird verlegt. 
Eines Tages meldet sich Claudia von sich aus bei ihm. Sie hat sein Buch gelesen und möchte ihn kennenlernen.


Der Roman "Die Zeit der vergessenen Kinder" ist ein fesselndes Zeugnis der 1940er Jahre. Martins Mutter Rubina, eine Roma ("Zigeunerin"), die zu dieser Zeit ein Kind war, erlebte für sie Schlimmes und Prägendes. Der nächste Teil der Geschichte ist 1976. Hier beginnt Martins tief vergrabene Geschichte. Und 2008 lernen sich Martin und Claudia mit ihrem jeweils "schweren Gepäck" kennen, sie haben ihre Vergangenheit immer noch nicht bewältigt, ja sich ihr noch nicht einmal ganz gestellt. Beide sind unsicher, trauen sich selbst nicht und rechnen mit dem Schlimmsten für ihre noch kurze Beziehung. Wird alles gut werden, wenn es keine Geheimnisse mehr gibt oder ist alles hin? 

Selten hat mich ein Buch dermaßen gefesselt: durch  die Schilderung der Lebensumstände der Roma aus Rubinas Sicht in 1976, litt ich unsäglich mit Martin und bis zum Schluss hoffte ich mit den "vergessenen Kindern", Claudia und Martin. 

Die Autorin hat ein fesselndes Zeugnis über Schicksale abgelegt, die sich noch Generationen später auswirken. Das Buch ist sehr gut zu lesen.

Das Cover zeigt zwei Kinder auf einem Steg am Wasser. Der Junge legt beschützend seinen Arm um das Mädchen. Das Bild ist braun, wie eine alte Schwarz-weiß-Fotografie, mittig ist ein orangefarbener Kreis mit dem Namen der Autorin und dem Titel.

Absolut empfehlenswert!!! Der Roman erscheint im Dezember 2019 als e-Book und Taschenbuch.


Zur Autorin Charlotte Kliemann:

Charlotte Kliemann wuchs im Essener Stadtteil Margarethenhöhe auf und ist somit ein echtes Ruhrgebietskind.
Zunächst besuchte sie die Schule und das altsprachliche Gymnasium in Essen und studierte später an der Westfälischen Wilhelmsuniversität (WWU) in Münster Biologie und Medizin.
Während ihrer Familienauszeit nahm sie erneut ein Studium auf. Diesmal in den Fächern Literaturwissenschaft und Philosophie.
Lange Zeit widmete sie sich der Familie und der Betreuung ihrer vier Kinder, lektorierte nebenbei wissenschaftliche Arbeiten und füllte die Schubladen ihres Schreibtisches mit Romankonzepten und -fragmenten.
Doch um sich neu zu erfinden, ist es nie zu spät – also machte sie mit ihren schriftstellerischen Ambitionen ernst und veröffentlicht nun ihren Roman, „Die Zeit der vergessenen Kinder“ im FeuerWerke Verlag.
Sie lebt in Lübeck und arbeitet als freiberufliche Autorin und Lektorin.

Dana Brandt - Dirty Talk (Wind-Engel 2)

Elias und Sen nach 2 Jahren



Die Autorin weist zu Anfang des Buches darauf hin, dass es nur von volljährigen Lesern gelesen werden sollte, die keinen Anstoss an sexuellen Handlungen zwischen Männern nehmen. 

Dieses Outtake aus der Geschichte "Wenn der Wind seine Flügel erhebt" geht wunderbar auf die unterschiedlichen Charaktere der beiden miteinander verheirateten jungen Männer Seamus und Elias ein. Elias, der Mann mit dem Asperger Syndrom, bei dem u.a. alles schön stimmig sein muss, lässt sich allzu gerne von seinem Mann Seamus sexuell verwöhnen. So langsam aber sicher gewöhnt er sich an andere Abläufe und müht sich selbst, sich anzupassen.

Davon handelt dieser Teil des Romans "Wenn der Wind ...", den Dana Brandt allerdings nicht mit in die Hauptgeschichte aufgenommen hat. Dafür dürfen wir ihn jetzt hier lesen. Dies ist ein toller erotischer Teil für Gays und solche, die so etwas gerne lesen.

In Dana Brandts ureigenem schönen Stil geschrieben, liest sich dieses kurze Stück sehr schön. Das Cover erinnert stark an das Cover des Hauptwerkes und wurde wieder von der Autorin selbst gestaltet. Von mir gibt es die höchste Punkt-/Sterne-Anzahl als Bewertung.




Zur Autorin Dana Brandt:

Dana Brandt schreibt seit 2001 und veröffentlicht ihre Werke hauptsächlich in freien Archiven.
Das wunderschöne Logo hat sie selbst mittels Photoshop-brushes von Media Militia entworfen. Da die Autorin wohl bewusst mit der Veröffentlichung von Bildern sehr sparsam umgeht, habe ich das respektiert und verwende nur das einprägsame Logo.
Ein Curriculum Vitae sucht man vergebens und auch auf ihrer Homepage vermittelt sie nur Ansätze ihres Schaffens in curricularer Hinsicht. Auch das akzeptiere ich gern, denn, wenn man ihre Homepage liest, kommt genug Spannung auf. Eine der üblichen Selbstdarstellungen wird man nicht finden. Hier beginnt es mit einer spannenden Einleitung, die aber gleich ins Dementi übergeht. Der gesamte Abschnitt "über mich" verrät einerseits nichts, gibt aber andererseits eine Menge Interpretationsspielraum.
Ich muss zugeben, ich habe selten eine so interessante Homepage gelesen. Was soll ich hier abschreiben oder zitieren. Unter dem Link http://www.dana-brandt.com/ findet ihr alles, was ihr über Dana Brandt (Seya) wissen sollt.
Unter "She Seya Rutan" brachte sie früher ihre Werke in Umlauf. Erst seit kurzer Zeit schreibt sie wieder unter Dana Brandt. Aus den zahlreichen Andeutungen, die sie selbst über sich macht, steht zu vermuten, dass die Autorin inzwischen die Sturm- und Drangperiode einer jungen Wilden durchschritten hat, ohne jedoch annehmen zu müssen, dass sie an Temperament und spitzer Feder etwas eingebüßt hätte. Dana Brandt ist eine interessante Frau mit vielen (offenen) Geheimnissen, die es gilt, feinfühlig zu lüften. Nur nicht zu viel.... dann steht sie mit dem Teufelchen im Pakt.

Brigitte Riebe - Die Schwestern vom Ku'damm - WUNDERBARE ZEITEN

Drei Frauen im geteilten Berlin 1952 - 1957



Das Cover ist beige, auf grünem Grund liest man den Titel und Untertitel, Autos aus den 50ern zieren es und im Vordergrund ist eine selbstbewußte Frau im rosa Kleid, es könnte Silvie sein.

Das Kaufhaus Thalheim hat seinen Nachfolger wieder. Oskar ist spät, sehr spät aus dem Krieg wiedergekommen. Seine Zwillingsschwester Silvie hat nie daran gezweifelt. Die beiden bewohnen erstmal eine gemeinsame Wohnung, das ist auch gut so, weil Oskar immer wieder von Albträumen geplagt wird.

Rike ist die große Schwester der beiden und unterstützt den Vater bei der Führung des Kaufhauses. Dieser wiederum erwartet aber, dass sein Sohn dies zukunftig hauptsächlich übernimmt und Rike anderen Aufgaben im Kaufhaus nachgeht. Damit enttäuscht er jedoch seine Tochter.

Silvie liegt die Arbeit im Kaufhaus nicht, sie arbeitet als Rundfunkredakteurin im RIAS. Sie ist dort unentbehrlich geworden, seit sie eine Interviewshow mit Bekannten und Unbekannten übernimmt. Die Sendung wird überall gehört und erfährt großen Zuspruch.

Dann ist da noch die jüngste im Bunde, der dickköpfige Nachzügler Florentine, deren Mutter Claire der damals verwitwete Vater Friedrich ehelichte.

Die Familie hält eisern zusammen, gleich ob es Höhen oder Tiefen gibt. Die Kinder sind sich sehr zugetan und achten ihre jeweiligen Wünsche und Neigungen. Eins steht für das andere ein. Auch in Zeiten allergrößter Not, als es um das nackte Überleben des Thalheimschen Hauses geht, ziehen alle am selben Strang.
Natürlich haben wie so viele auch die Thalheims im Ostsektor Verwandte. In den Jahren 1952 - 1957 kann man sich noch regelmäßig sehen und besuchen. 

Dieses Buch behandelt das Familienleben aus Sicht von Silvie, genauso wie ihre Gefühle und Freundschaften. Sie ist für alle da, ja man meint, jeder kommt mit seinen Wehwehchen zu ihr. Und immer wieder denkt sie: Kein Mann. Kein Haus. Kein Kind. - Wird sie eine alte Jungfer werden, gerade sie, die spritzige, weltoffene Silvie?

Die Autorin hat uns Berlin gezeigt, wie es damals war. Ich möchte so gerne mit Silvie und den anderen in einem hübschen Petticoatkleid über den Ku'damm flanieren und mir die schön dekorierten Schaufenster ansehen. Ich habe mich in diesem Buch verloren und es war schade, es ausgelesen zu haben.

Dies ist Brigitte Riebes zweites Buch der 50er-Jahre-Trilogie "Die Schwestern vom Ku'damm" - hier: WUNDERBARE ZEITEN. Es wurde herausgegeben vom Verlag Wunderlich.



Zur Autorin Brigitte Riebe:

Brigitte Riebe wurde am 30.September 1953 in München geboren.
Nach dem Abitur studierte Brigitte Riebe an der Universität München Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte. Sie promovierte bei Friedrich Prinz mit einer Doktorarbeit über die Herausbildung des bürgerlichen Frauenleitbildes an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert (Titel: Das Weib nach den Ansichten der Natur).
Anschließend arbeitete sie als Museumspädagogin, später als Lektorin bei bekannten deutschen Verlagen. 1991 gab sie ihren Beruf als leitende Lektorin bei Bertelsmann auf, um Schriftstellerin zu werden. Seitdem entstanden an die 40 Bücher in verschiedenen Genres, die inzwischen in 14 Sprachen übersetzt wurden.
Die Autorin widmet sich neben modernen vor allem den historischen Krimis (im Übrigen auch für jugendliche LeserInnen) und verfasste zudem einige Werke, die dem zeitgenössischen Gesellschaftsroman zugeordnet werden. Brigitte Riebe beeindruckt mit intensiven Recherchen, einer klaren Sprache und authentischen Charakteren. Im Mittelpunkt ihrer Geschichten stehen starke Frauen, die häufig ihr wahres Potenzial erst noch erkennen müssen.
Bei Krimis arbeitete sie früher gelegentlich auch unter dem Pseudonym Lara Stern. Sie lebt mit ihrem Mann in München.

Gunnar Schwarz - Der Frauenwkeller

  Spannung wellenförmig Ein dunkles Cover, eine Frau geht eine Treppe hinunter.  Man findet eine bestialisch zugerichtete Leiche einer Frau ...